Vergleich erreicht
Hypo-Vereinsbank beendet Cum-Ex-Streit

Eigentlich hatte sich im Cum-Ex-Streit zwischen der Hypo-Vereinsbank und Joram Roth ein Vorteil für das Geldinstitut abgezeichnet. Doch nun wird der Streit mit einem für Roth äußerst vorteilhaftem Vergleich beigelegt.
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DüsseldorfDie Hypo-Vereinsbank und der Erbe des verstorbenen Berliner Investors Rafael Roth haben sich im Streit um sogenannte Cum-Geschäfte geeinigt. Dies bestätigte mehrere mit den Gesprächen vertraute Personen der digitalen Tageszeitung "Handelsblatt Live" (Donnerstagnachmittag).
Der Vergleich, der unter der Vermittlung des in den USA lebenden Mediators Clemens Vedder zustande kam, sieht Zugeständnisse der HVB im hohen zweistelligen Millionenbereich vor. Die Bank wollte sich auf Anfrage nicht äußern.

2011 hatte die Hypo-Vereinsbank Roth und dessen Geschäftspartner auf mehr als 120 Millionen Euro verklagt. Gemeinsam hatten die Bank und der inzwischen verstorbene Investor eine Gesetzeslücke genutzt. Sie erlaubte es den Beteiligten, sich durch geschickte Leerverkäufe kurz vor dem Dividendenstichtag eine nur einmal abgeführte Kapitalertragsteuer mehrfach erstatten zu lassen. Drei Jahre lang, 2006 bis 2008, lief alles gut. Dann verlangte das Finanzamt 120 Millionen Euro zurück.

Noch Anfang Juli 2014 sah es nicht schlecht aus für die Hypo-Vereinsbank (HVB). Bei einer Verhandlung am Landgericht Frankfurt deutete der Vorsitzende Richter an, dass er die Verantwortung für die Geschäfte bei Roth sehe. Doch der nun geschlossene Vergleich ist äußert vorteilhaft für Roths Erben, Joram Roth. Er wird nicht 120 Millionen Euro an die HVB zahlen, sondern nur einen kleinen Bruchteil dieser Summe.

Weder Roth noch die HVB wollten sich auf Anfrage zu den Details des Vergleichs äußern.

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Sönke Iwersen
Sönke Iwersen
Handelsblatt / Leiter Investigative Recherche

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