Vor der Gläubigerversammlung
Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Prokon-Chef

Die neueste Wendung im Fall Prokon: Die Staatsanwaltschaft Lübeck ermittelt jetzt gegen Firmengründer Rodbertus wegen Insolvenzverschleppung. Zuvor hatte der versucht, Anleger gegen den Insolvenzverwalter aufzubringen.
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Hamburg, LübeckDie insolvente Windenergie-Firma Prokon kommt einfach nicht aus den Schlagzeilen. Die neueste Wendung: Die Staatsanwaltschaft Lübeck ermittelt nun gegen Firmengründer Carsten Rodbertus wegen Insolvenzverschleppung. Nach einem Anfangsverdacht seien offizielle Ermittlungen gegen die Verantwortlichen des Unternehmens eingeleitet worden, sagte Oberstaatsanwältin Wenke Haker-Alm der Nachrichtenagentur dpa am Dienstag. Es werde auch wegen weiterer Wirtschaftsdelikte ermittelt, Details dazu wollte sie nicht nennen.

Wegen der „Unmenge von Datenmaterial“ rechnet die Oberstaatsanwältin damit, dass die Ermittlungen mindestens ein Jahr dauern werden. Es seien sehr viele Bewertungsfragen zu klären, ergänzte Haker-Alm. Die Staatsanwaltschaft muss unter anderem herausfinden, wann genau der Zeitpunkt einer Zahlungsunfähigkeit eingetreten ist. Der Insolvenzantrag war am 22. Januar 2014 beim Amtsgericht Itzehoe (Schleswig-Holstein) gestellt worden.

75.000 Anleger hatten dem Unternehmen rund 1,4 Milliarden Euro als Genussrechtskapital bereitgestellt – seit der Insolvenz Anfang Mai müssen sie um ihr Geld bangen. Am kommenden Dienstag sollen Gläubiger bei einer Versammlung dem Insolvenzverwalter den Auftrag für einen Insolvenzplan erteilen. Wie das Handelsblatt zuletzt berichtete, hatte Firmengründer Rodbertus vorab jedoch erneut massiv um Stimmen geworben. Sein Ziel: den Insolvenzverwalter abwählen und einen neuen Verwalter eigener Wahl aufstellen.

Zu diesem Zweck werden Gläubiger dem Bericht zufolge seit Wochen „mit Rundbriefen, Anrufen und, sofern sie überhaupt Internet haben, Mails von einer 'Arbeitsgemeinschaft für eine lebenswerte Zukunft von Prokon' verfolgt.“ 'Arbeitsgemeinschaft für eine lebenswerte Zukunft von Prokon' – so nennt sich Rodbertus' Gruppierung im Augenblick.

Die Anlegerschutzgemeinschaft SdK fürchtet bereits, dass es am 22. Juli „eng werden könnte.“ Besonders beunruhigend scheint dabei die Tatsache, dass Rodbertus Zahlen beschönige und die Lage vor Anlegern so darstelle, als sei das Unternehmen kerngesund, während sich der aktuell eingesetzte Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin an die Fakten halten müsse.

Prokon hat aktuell mehr als 50 Windparks im Portfolio. Die Firma ist auch an verschiedenen anderen Projekten im Bereich der erneuerbaren Energien beteiligt. In dem Unternehmen sollen rund 300 Arbeitsplätze der ehemals 480 erhalten bleiben.

Das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Prokon Regenerative Energien GmbH war am 1. Mai eröffnet worden, weil das Unternehmen nach Gerichtsangaben überschuldet und zahlungsunfähig ist. Die Anleger werden nach bisherigen Angaben des Insolvenzverwalters rund 40 bis 70 Prozent (Insolvenzquote: 30 bis 60 Prozent) ihres Kapitals verlieren. Das Landgericht Itzehoe hat jüngst Beschwerden von drei Anlegern gegen die Eröffnung des Insolvenzverfahrens zurückgewiesen und hielt am Dienstag nochmals fest: Die Schuldnerin sei zahlungsunfähig im Sinne der Insolvenzordnung (§ 17 Absatz 2 Satz 1 InsO).

Der Insolvenzverwalter hat sich mittlerweile mit drei großen Gläubigergruppen – dem Verein „Freunde von Prokon“ sowie Anlegerschützern (SdK, DSW) – auf die Weiterführung des Unternehmens verständigt. Nach den Eckpunkten dieses Insolvenzplans gibt es verschiedene Möglichkeiten für die Anleger. Sie sollen zum Beispiel ihr Genussrecht in Eigenkapital umwandeln können und folglich Gesellschafter bleiben.

Es soll ihnen aber auch über eine handelbare Anleihe ermöglicht werden auszusteigen. Als weitere Alternative ist vorgesehen, aus Teilverkäufen erzielte Barmittel auszuschütten oder ins Unternehmen zu reinvestieren. Darüber werden die Kapitalgeber am nächsten Dienstag entscheiden.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Warum sollte man auch Einsicht an der wirtschaftlichen und rechtlichen Realtiät, in der Erneuerbaren Energiebranche, haben, wenn diese Erneuerbaren Energien nur auf Grund eines Gesetzesvorhaben (EEG) übehaupt Kasse, auf Kosten des Stromendverbraucher per Zwangs-EEG-Abgaben/Subventionen, machen können.
    Marktwirtschaftlich waren, sind und bleiben diese Erneuerbaren Energien einfach nicht wirtschaftlich exitent. Erneuerbare Energie sind im besten Fall in einer Marktwirtscht NISCHENPRODUKTE! Und dies ist FAKT!
    Erneuerbare Energien = Abzockemafia an einer Gesesellschaft mit freundlicher Unterstützung einer Ökosozialistischen Zwangs-EEG-Politik!

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