Vor Prozessauftakt
Welche Rolle spielte der Anwalt im Wölbern-Skandal?

Im Prozess gegen den Ex-Chef des Fondshauses Wölbern, Heinrich Maria Schulte, beschäftigt sich die Anklage auch mit der Rolle seines damaligen Anwalts, Frank Moerchen. Er soll Fondsentnahmen juristisch abgesegnet haben.
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DüsseldorfIm Strafprozess gegen den früheren Chef des Fondshauses Wölbern Invest, Heinrich Maria Schulte, beschäftigt sich die Anklage auch mit der fragwürdigen Rolle seiner rechtlichen Berater. Dem Handelsblatt liegen Auszüge aus der Anklage bereits vor. Auf mehreren Seiten beschreibt danach die Staatsanwaltschaft, wie Schultes damaliger Anwalt, Frank Moerchen, Entnahmen Schultes aus den Fonds der Anleger mit juristischen Gutachten abgesegnet haben soll.

Laut Anklage besteht der Verdacht, dass der damalige Partner der Kanzlei Bird&Bird seit Sommer 2011 bereits geschaffene Tatsachen bemäntelt und Entnahmen erst im Nachhinein mit Verträgen unterlegt hat.  Moerchen war damals Partner der Kanzlei Bird&Bird.

Schulte wird vorgeworfen, von 2011 bis 2013 aus den Immobilienfonds der Wölbern-Invest-Gruppe 147 Millionen Euro veruntreut zu haben. Betroffen sind fast 40000 Anleger. Schulte war über seinen Verteidiger nicht zu erreichen. Auch sein damaliger Anwalt beantwortete keine Fragen. Die Kanzlei Bird& Bird verweist auf ihre Schweigepflicht, betont aber, dass der 69-jährige Moerchen die Kanzlei nach nur zwei Jahren im Sommer 2013 wieder verlassen habe. Schulte ist seit September in Untersuchungshaft. Der Prozess beginnt am Montag ab 13 Uhr vor dem Landgericht Hamburg (Az. 630 KLS 1/14).

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