VW und Dieselgate
Erste US-Investoren verklagen Volkswagen

Die Manipulationen der Emissionen von Diesel-Fahrzeugen bringen auch die Aktionäre in Rage. In den USA ist eine erste Klage von Aktionären anhängig, die sich vom Wolfsburger Konzern betrogen fühlen.
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New YorkDem Volkswagen-Konzern wird in einer Klage in den USA vorgeworfen, Investoren betrogen zu haben. Diese hätten künstlich aufgeblähte Preise für die ADR genannten VW-US-Anteilsscheine gezahlt, weil das Unternehmen die Auto-Abgaswerte unzulässig manipulierte.

Ein Pensionsfonds aus Michigan hat diese wohl erste Aktionärsklage auf den Weg gebracht. Grund ist der Einsatzes eines „Defeat Device“, dessen Software es ermöglichte, die Emissionen von Diesel-Fahrzeugen bei Abgastests unter die realistischen Werte zu drücken. ADR-Investoren hätten dadurch Hunderte Millionen Dollar verloren, so der Klagevorwurf. Seit Bekanntwerden des Skandals vor anderthalb Wochen haben die ADR ähnlich wie die Aktie fast ein Drittel an Wert verloren.

Der Fonds will auch andere Aktionäre vertreten und sucht nach Unterstützern. Dabei könnten die ADR-Besitzer allerdings die einzigen sein, die auf Schadenersatzklagen in den USA bauen könnten. Denn eine Entscheidung des US-Verfassungsgericht aus dem Jahr 2010 macht es für die meisten Investoren unwahrscheinlich, ihre Verluste vor Gericht einklagen zu können, so Salvatore Graziano von der Kanzlei Bernstein Litowitz Berger & Grossman in New York.

Denn damals hatten die Richter anlässlich eines Verfahrens rund um die National Australia Bank entschieden, dass die US-Gesetze keine Investoren schützten, die Wertpapiere von nicht-amerikanischen Firmen an ausländischen Börsen kaufen. Damit könnten zumindest US-Gerichtsverfahren sich nur auf ADR-Eigner stützen, meint der Jurist. Die bedeutenden VW-Aktien sind aber die im Aktienindex Dax notierten Vorzugsaktien sowie die Stammaktien des Konzerns.

Die höchstrichterliche Entscheidung aus dem Jahre 2010 „macht es VW möglich, die Zahlung von Milliarden an Dollar zu vermeiden“, so Graziano. Seine Kanzlei werde daher keine Sammelklage einreichen. Bernstein Litowitz Berger & Grossman führt ein Verfahren gegen den US-Autokonzern General Motors wegen des Skandals um defekte Zündschlösser. Mehr als 100 Personen waren in Folge des technischen Fehlers umgekommen.

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  • @Herr Henry Wuttke.

    Bei der aktuellen Zahl von 11 000 000 Fahrzeugen und Ihren geschätzten Kosten komme ich auf 11 Milliarden Euro Kosten, nicht auf 110 plus eine Strafe die nicht größer sein sollte als bei den Verstößen anderer Automobilhersteller mit Urteilssprüchen in den USA!!!

    Bei den viel zu schnell enger gesteckten CO2 Grenzen der EU gebe ich Ihnen vollkommen Recht.
    Denn was auch nicht jeder weiß.... Wird der Flottenausstoss einer Marke an Co2/Km zum jeweiligen Stichtag verfehlt, kostet das den Hersteller 700Mio Euro PRO GRAMM!
    Der Druck ist imens.
    Und noch mal ganz allgemein.
    Volkswagen hat klar manipuliert.....Und sich natürlich alles andere als korrekt seinen Kunden und allen anderen Betroffenen verhalten, ABER alle anderen Automobilhersteller schaffen die geforderten Stickoxidgrenzen ebenso wenig.....
    Das heißt, dass seit Jahren alle Diesel-Fahrzeuge (PKW) rechtswidrig unterwegs sind... Steuergerät hin oder her.
    Das wird ebenso locker hingenommen, wie die NEFZ Verbrauchsangaben, die für den Fahrer eines KFZ wohl kaum unter realen Bedingungen einhaltbar sind.
    Streng genommen ist das auch Betrug....
    Denn ich verbrauche deutlich mehr und habe somit auch mehr Co2 Ausstoss.

  • 148 Milliarden € kostet die Manipulation dem VW-Werk zurzeit

    Von der Manipulation sind 11 Millionen Fahrzeuge betroffen. Die Nachbesserung wird ca. 1.000,- € je Fahrzeug kosten. Das macht eine Aufwendung von 110 Milliarden €. Dazu kommen die Strafzahlungen der US Behörde und die Sammelklagen aus der Welt. Mit der Strafzahlung der US Behörde, wird VW 128 Milliarden € stemmen müssen. Zudem muss noch der Kapitalverlust von Anlegen eingerechnet werden. Der Gesamtschaden könnte sich auf über 148 Milliarden € belaufen.

    Arroganz und Erfolgswahn haben VW in eine sehr schlimme Situation gebracht. Seit 2007 tüfteln Techniker und Ingenieure an den betroffenen Dieselaggregaten. Bis heute ist es bei diesen Dieselaggregaten nicht gelungen die vorgegebenen Emissionswerte ohne Manipulation der Elektronik zu erzielen.

    Wer glaubt denn im Ernst, dass innerhalb weniger Wochen das Problem gelöst werden kann. Neuartige Russfilter und verbesserte Katalysatoren können weiterhelfen. Doch bleibt das Hauptproblem in der Zusammensetzung vom Diesel bestehen. Die Emissionswerte können nicht unendlich verringert werden. Der Diesel dürfte unter diesen Umständen für kleinere Fahrzeuge zu teuer werden.

    Damit kommen wir zu dem anderen Mitspieler, das ist die Politik. Politiker können nicht ständig neue Verschärfungen bei den Emissionswerten fordern. Politiker nötigen die Industrie durch unvernünftige Vorgaben zu Fehlern. Technisch ist vieles möglich, aber alles zu seiner Zeit.

    Die Reihe der Mitverantwortlichen dieser Manipulation wird durch alle Bereiche gehen und sehr lang sein. Wer Interesse hat, sollte sich über die genauen Strukturen in den VW-Werken informieren.



  • Jetzt wird die Gesamte Lage von VW wo möglich ausgenutzt um weitere " PRO PORSCHE " Manager bei VW intensiver zu etablieren ?????


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