Weihnachtsgeld
Wann der Chef zahlen muss

Für Millionen Beschäftigte gibt es auch dieses Jahr ganz sicher wieder Weihnachtsgeld. Viele können sich sogar auf bis zu 117 Euro mehr freuen, wie die Hans-Böckler-Stiftung ausgerechnet hat. Andere Arbeitnehmer müssen dagegen um die Extra-Überweisung bangen und Abstriche in Kauf nehmen bis hin zum Totalausfall. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema.
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DÜSSELDORF. 44 Prozent der Bundesbürger bekommen in diesem Jahr Weihnachtsgeld, wie eine repräsentative Umfrage im Auftrag von "Bild am Sonntag" jetzt ergab, für die das Emnid-Institut 500 Personen ab 14 Jahren befragte. Danach gaben 13 Prozent der Befragten an, sie hätten das Weihnachtsgeld bereits verplant.

Damit sollte man generell allerdings vorsichtig sein: Vor allem Betriebe in wirtschaftlicher Schieflage behalten sich zunehmend vor, Jahr für Jahr neu über das freiwillige Geldgeschenk an ihre Mitarbeiter zu entscheiden. Denn einen gesetzlich verankerten Anspruch auf eine Weihnachts-Gratifikation gibt es nicht. Und in vielen Tarifverträgen gibt es spezielle Klauseln, die in Krisenzeiten Abstriche bei Sonderzahlungen erlauben.

Wer kann sich aufs Weihnachtsgeld verlassen?

Sicher haben das Weihnachtsgeld nur Arbeitnehmer, deren Anspruch in einem Arbeitsvertrag oder per Tarifvertrag klar geregelt ist. Ist vertraglich eine fixe Summe ohne jeden Vorbehalt festgeschrieben, kann die Firma nicht ohne weiteres kürzen oder das Versprechen zurücknehmen, sagt Martina Perreng, Arbeitsrechtsexpertin des DGB.

Betriebe, die in der Krise stecken, behalten sich zunehmend vor, Jahr für Jahr neu über das freiwillige Geldgeschenk an ihre Mitarbeiter zu entscheiden. Denn einen gesetzlich verankerten Anspruch auf eine Weihnachts-Gratifikation gibt es nicht. In vielen kleineren Firmen gibt es Weihnachtsgeld nur noch für die Stammbelegschaft. Neu hinzukommende Beschäftigte gehen immer häufiger leer aus. Ob der Chef zahlen muss oder nicht, hängt vor allem vom Arbeitsvertrag und dem Kleingedruckten darin ab.

Kann die freiwillige Zusage gekürzt werden?

Geht es dem Betrieb schlecht und will er beim Weihnachtsgeld kürzen, müssen die Gewerkschaften zustimmen. Geschieht das, kann der einzelne Beschäftigte nichts dagegen machen, wie Beispiele aus der Auto-, Metall- und Elektroindustrie zeigen, sagt Martina Perreng, Arbeitsrechtsexpertin des DGB. Ähnlich kann es Mitarbeitern ergehen, deren Anspruch auf Weihnachtsgeld aus einer Betriebsvereinbarung resultiert. Mit Einverständnis des Betriebsrats kann ein Arbeitgeber ebenfalls Kürzungen oder den Totalausfall vereinbaren.

Einen klaren Zusammenhang zwischen Arbeitszeit und Weihnachtsgeld gibt es übrigens nicht. Auch Kurzarbeitern mit Gratifikations-Anspruch steht die Sonderzahlung ohne Abstriche zu. Ausnahmen kann es jedoch durch betriebliche Vereinbarung geben.

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