Windkraftfinanzierer
Prokon entschuldigt sich bei Anlegern

Die Windkraft-Firma Prokon entschuldigt sich für die Androhung der eigenen Insolvenz. Das Unternehmen kämpft gegen ein Finanzierungsloch, da viele Anleger ihr Geld abziehen. Der Chef will alles nicht so gemeint haben.
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ItzehoeDie von Insolvenz bedrohte Windanlagen-Firma Prokon hat sich bei ihren Anlegern entschuldigt und erstmals eigene Fehler eingeräumt. „Wir bitten Sie ausdrücklich um Entschuldigung, wenn Sie sich durch unser Schreiben vom 10.01.2014 angegriffen oder gar bedroht gefühlt haben sollten“, heißt es in einem Schreiben des Geschäftsführenden Gesellschafters Carsten Rodbertus, das auf der Internet-Seite des Unternehmens veröffentlicht wurde.

Die Verbraucherzentrale Bundesverband hatte am Vortag wegen dieses Schreibens eine einstweilige Verfügung gegen Prokon beantragt. Zudem teilte Prokon mit, die gekündigten Genussrechte seien möglicherweise nicht als fällige Forderungen gegen Prokon zu bewerten. Dann läge auch keine Insolvenz vor.

„Wir sind selbst zutiefst betroffen darüber, dass es zur jetzigen Situation gekommen ist“, schreibt Prokon weiter in einer Stellungnahme, die bereits am Donnerstagabend veröffentlicht wurde. „Wir können sehr gut verstehen, dass Sie ebenso wie viele andere Genussrechtsinhaber um Ihr Kapital fürchten und deshalb durch eine Kündigung oder sogar durch eine Klage versuchen möchten, so schnell wie möglich Ihre Genussrechte zurückgezahlt zu bekommen, bevor 'nichts mehr da ist'.“

Anlegeranwälte kritisieren den erneuten Vorstoß scharf. „Die Entschuldigung der Prokon-Unternehmensleitung bei den Anlegern ist ein weiterer Versuch, Anleger von ihrer Kündigung abzubringen, nach dem der erste Vorstoß von vielen Genussrechtsinhabern als  Erpressung empfunden wurde“, kommentiert Professor Julius Reiter, Gründungspartner der Kanzlei Baum Reiter & Collegen. „Es wirkt wie ein verzweifelter Versuch, der die bevorstehende Insolvenz nicht mehr verhindern dürfte“.

„Auf die Genussrechtsinhaber muss die Entschuldigung wie blanker Hohn wirken“, sagt Klaus Nieding, Inhaber der gleichnamigen Kanzlei. „Zunächst werden Sie angeschrieben und sollen sich zwischen Pest und Cholera entscheiden und nun rudert die Gesellschaft, zweifellos in Folge der von der Verbraucherschutzzentrale angestoßenen einstweiligen Verfügung, zurück". Die Entschuldigung wirke wie ein letzter Versuch den Anlegern das Gefühl zu geben das man sie wertschätzt. „Dies stellt eine 180 Grad Wende in der Kommunikation mit den Anlegern dar und keiner weiß, was er davon halten soll“, sagt Nieding. .„Die Transparenzlage nicht verändert, Prokon geht jetzt nur auf Kuschelkurs“.

Laut Prokon-Darstellung kann das Unternehmen in der jetzigen Situation aber keinerlei Rückzahlungen oder Zinsauszahlungen vornehmen. Getätigte Auszahlungen könnten und würden in einem Insolvenzverfahren vom Insolvenzverwalter gegebenenfalls ohnehin zurückgefordert werden, heißt es weiter.

Zudem würden in einem möglichen Insolvenzverfahren gekündigte und nicht gekündigte Genussrechte gleichrangig behandelt. Mit einer Insolvenz bestehe darüber hinaus die reale Gefahr, dass Sachwerte unter Wert verkauft werden müssten und es dadurch zu Verlusten für alle Genussrechtsinhaber kommt.

Wenn Anleger jetzt auf eine Kündigung verzichteten oder eine bereits ausgesprochene Kündigung zurücknehmen würden, entstehe diesen Investoren somit keinerlei Nachteil im Rangverhältnis gegenüber anderen Anlegern, stellt Prokon fest.

„Die Prokon-Führung versäumt es erneut in verantwortungsloser Form, Transparenz zu schaffen und Antworten auf die offenen Fragen zu geben“, sagt Reiter. Die Anleger könnten nach wie vor nicht beurteilen, wie werthaltig die Investitionen tatsächlich seien und auf welcher Basis eine Fortführung der Anlage lohne.  „Nicht einmal bei den von Prokon angegebenen Umsatzerlösen herrscht die erforderliche Klarheit, um eine so weitreichende Entscheidung als Anleger treffen zu können“, sagt Reiter. „Zurzeit bleibt die Unternehmensgruppe in großen Teilen eine Blackbox.“

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Verzweifelter Appell

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  • Wenn Prokon Zinsen und gekündigte Anlagen nicht auszahlt, werden sehr bald Anleger Insolvenzanträge für Prokon stellen!! Das Spiel ist für Prokon aus und vorbei.

    Der Arme Insolvenzverwalter muss sich dann mit den ganzen Prokon Jüngern rumschlagen. Die glauben heute noch, das Prokon Chef Rodbertus alles richtig gemacht hat, und nur die Medien an die Mega Pleite schuld sind. Die Wahrheit ist doch eher, dass mit immer mehr Geld nur Rodbertus Misswirtschaft am Leben gehalten wurde.

  • Guten Tag alle miteinander,

    so haben manche Journalisten und manche Anleger einfach nicht die Zeit gehabt die Genussrechtbestimmungen § 6-9 zu lesen schade. Die Firmenleitung Prokon hatte nicht den Mut diese Bedingungen " Klar " und unmissverständlich anzuwenden, manchmal bei allem guten Willen, für einen guten Umgangston, ist das Notwendig meine ich. Prokon hatte gebeten die Zinsen 2013 im Unternehmen zu lassen. Begründung ( für jeden Nachlesbar Investitionen 2011/12/13 ).
    Nach den Genussrechtbestimmungen sind damit die Zinsen, jedenfalls zu hoch ausgefallen. Vornehmlich die gezahlte Höhe, diese Zahlungen sofern Sie von den Anlegern für das zweite Halbjahr 2013 angenommen wurden sind schlicht und einfach im Ernstfall nach Satzung und Bestimmung, von den Anlegern so Unterzeichnet in der Firma zu belassen. Auch wenn Prokon für das zweite Halbjahr 2013 7% im Sommer 13 angekündigt hat. Diese Zinsen werden nach den Genussrechtbestimmungen dann ausgezahlt wenn die Gewinne ausreichen. Diese Zinsen sind also nicht verloren. Es wurde im Schreiben von Prokon eindeutig darauf hingewiesen, " dass die Anleger die, die Zinsen unbedingt benötigen dies mitteilen sollten. Ich persönlich habe nichts gegen Selbstvertrauen, allerdings sind Ehrlichkeit nicht überall zu gleichen Teilen zu finden. Mein Fazit jeder hat etwas recht, Rodbertus wenn er manche Medienvertreter kritisiert. Und jene wenn Sie Prokon kritisieren. Wer sich an solch einem Unternehmen beteiligt sollte ebenfalls bereit sein die § zu lesen und zu verstehen.
    Gruß an alle und danke fürs zuhören Manfred Christian Herold

  • Ich habe Prokon einen geringen Betrag anvertraut, um "günstig" von Prokon Strom zu beziehen. Der Termin der Überweisung wurde stzrengstens vorgeschrieben und von mir genauestens eingehalten. Nur kam es dann nicht zur Stromlieferung, weil die Kommunikation mit Prokon miserabel war und ich zu meinem alten Anbieter zurückkehren musste.
    Das berichte ich hier und meine bescheidene Prokon-Erfahrung nicht für mich zu behalten. Ich will damit auch unterstreichen, dass meine hier geschilderte Erfahrung meinen Bedarf an Kenntnis über Prokon gedeckt hat. Von Vertrauen in dieses Unternehmen möchte ich nicht sprechen.

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