Zahlungssystem: Die Folgen des Sepa-Aufschubs

Zahlungssystem
Die Folgen des Sepa-Aufschubs

Die Warnungen vor Zahlungsunfähigkeit oder gar Pleiten waren erschreckend. Nun wurde der Stichtag für die Sepa-Umstellung verschoben. Damit der Aufschub klappt, sollten Unternehmen mit ihrer Bank sprechen.
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DüsseldorfDer erste Februar 2014 - seit Jahren haben Unternehmen diesem Datum sorgenvoll entgegengesehen. Nun wird die endgültige Umstellung auf das einheitliche europäische Zahlungssystem Sepa (Single Euro Payments Area) noch einmal verschoben. Unternehmen und Vereine sollen die nationalen Überweisungs- und Lastschriftverfahren bis Ende Juli nutzen dürfen. Der Jubel bleibt trotzdem aus. Denn um die Details des Aufschubs herrscht noch Verwirrung.

Trotz der Warnungen von Banken und Zentralbanken, insgeheim hatten viele Unternehmen wohl lange darauf gehofft, dass Sepa niemals vollständig umgesetzt wird. Viele haben erst in letzter Minute mit der Umstellung ihrer IT-Systeme begonnen und lieber weiter das alte Zahlungssystem genutzt. Dabei ist die neue 22-stellige Kontonummer für sie das geringste Problem. Kompliziert wird es bei der neuen Lastschrift.

Überraschend schlug die EU-Kommission im Januar vor, dass Firmen und Vereine mehr Zeit für die Umstellung auf das neue Zahlungssystem bekommen sollen. Die Frist solle um ein halbes Jahr bis zum 1. August verlängert werden. Jetzt stimmte auch der EU-Ministerrat zu. Der Aufschub ist beschlossene Sache, denn auch das Europaparlament hat seine Zustimmung bereits jetzt für eine Sitzung im Februar signalisiert. Die Regelung solle dann rückwirkend gelten. Ein Zurück vom Zurück ist demnach sehr unwahrscheinlich.

 

„Ich bedauere das, aber diese Maßnahme ist erforderlich, um mögliche Risiken einer Störung des Zahlungsverkehrs zu verhindern, die besonders für Verbraucher und kleine und mittelgroße Unternehmen Folgen haben könnten“, sagte Binnenmarktkommissar Michel Barnier. Zu viele Firmen hätten ihre Systeme bisher noch nicht auf das EU-weite Verfahren umgestellt.

Banken und Unternehmen in Deutschland  zeigten sich jedoch verwundert über den Vorstoß aus Brüssel. Zwar hätte auch in Deutschland bis zum 1. Februar noch einiges getan werden müssen, sagte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele. „Trotzdem waren wir zuversichtlich, dass das gesteckte Ziel erreicht werden kann.“ Die deutschen Geldhäuser seien bereits seit Jahren vorbereitet, erklärte der Dachverband Deutsche Kreditwirtschaft.

Kommentare zu " Zahlungssystem: Die Folgen des Sepa-Aufschubs"

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  • Nun wird doch politisch ALLES für die Arbeitgeberklasse getan und da versagt diese Klasse auf der ganzen Linie!

  • Ich hätte gesagt: Termin 01.02. Friss oder Stirb. Wer das nicht auf die Reihe bekommt - da seit Monaten groß angekündigt - der sollte sich überlegen einen Betreuer zu nehmen oder nur Barzahlung anbieten. Im Tierreich wurde geforscht und herausgefunden, dass selbst Menschenaffen sich 10 Zahlen merken können. Warum können Durchschnittsbürger sich sowas nicht merken ?

  • Ich muss schon die Qualität beim Handelsblatt in Frage stellen, Informationen werden seit Wochen nicht korrekt wieder gegeben:
    Zu den Fakten: Das Gesetz tritt planmäßig zum 01.01.2014 in Kraft, das stand auch nie zur Debatte!
    Mit den Beschlüssen der EU wurde den Banken lediglich die MÖGLICHKEIT angeboten, die Übergangsfrist für Firmenkunden zu verlängern. Das heißt ganz konkret: Keine Bank ist dazu verpflichtet, dies ihren Kunden die Dienste auch bis 31.07.2014 anzubieten. Liebes Handelsblatt, bitte gebt das so weiter! Die BaFin hat ihrerseits angekündigt auf Sanktionen zu verzichtetn, sollte eine Bank GEGEN DAS GELTENDE GESETZ verstoßen und ihren Kunden die Dienste bis August offen zu halten.
    Lediglich der sofortige Tot des Abbuchungsverfahrens ist richtig wieder gegeben, dieses Verfahren wird zum 31.01.2013 letztmalig ausgeführt.

    Für Privatkunden ändert sich sowieso nichts, da diese bis 2016 von der Übergangsfrist profitieren!

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