Abfindungen
Steuern sparen durch spätere Zahlung

Viele gekündigte Arbeitnehmer haben oft keine große Freude an ihrer Abfindung. Der Fiskus schlägt in der Steuerprogression unbarmherzig zu, wenn der Betrag überwiesen wird. Das könnte sich jetzt durch ein Urteil des niedersächsischen Finanzgerichts ändern.
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BERLIN. Viele gekündigte Arbeitnehmer haben oft keine große Freude an ihrer Abfindung. Der Fiskus schlägt in der Steuerprogression unbarmherzig zu, wenn der Betrag überwiesen wird. Das könnte sich jetzt durch ein Urteil des niedersächsischen Finanzgerichts ändern. Die Richter erklärten eine Verschiebung der Zahlung für möglich (Az.: 5 K 73/06).

In dem Fall hatte ein Angestellter aus Niedersachsen seinen Job zum 31. Dezember verloren. Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbarten, dass die Abfindung erst im Januar gezahlt werden sollte - da im Folgejahr wegen drohender Arbeitslosigkeit zunächst mit niedrigeren Einkünften des Arbeitnehmers zu rechnen war. Das Finanzamt stellt sich aber quer und rechnete die Abfindung trotz der Zahlung im Januar zu den Einkünften des Vorjahres.

Das Niedersächsische Finanzgericht kassierte die Entscheidung der Behörde ein. Entscheidend sei der Zeitpunkt des Zahlungseingangs, stellten die Richter klar. Eine Abfindung gilt danach nicht als laufender Arbeitslohn, sondern zählt unter "sonstige Bezüge". Für solche Einkünfte sei entscheidend, wann sie dem Empfänger tatsächlich zufließen.

Zudem sei eine einvernehmliche Verschiebung des Zahltags kein "Missbrauch von Gestaltungsmöglichkeiten" - und zwar selbst dann, wenn die Beteiligten damit das "Ziel der Steuerminimierung" verfolgen, urteilten die Richter. Wie eng der zeitliche Zusammenhang sein muss, sagten die Richter nicht. Das muss nun der Bundesfinanzhof entscheiden (BFH: IX R 14/09).

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