Abgeltungssteuer
Beratung in letzter Sekunde

Steuerberater, Anlagebrater, Family Officers - alle wollen helfen, die breite Masse der Bevölkerung über Neuerungen durch die Abgeltungssteuer aufzuklären. Das problem der Berater: Die Menschen interessieren sich wenig für das Thema. Noch.

FRANKFURT HB. Die Grundlage ist klar: Wie bei jeder umfassenden Steueränderung, die die breite Masse der Bevölkerung betrifft, wollen die Berater von der Umstellung profitieren. Im Fall der Abgeltungsteuer sind das Steuerberater, Anlageberater und die so genannten Family Offices für die betuchte Kundschaft. War die Frage nach der steuerlichen Behandlung von Kapitalerträgen bisher weitgehend Besserverdienern, Erben und Spekulanten vorbehalten, so soll das Thema nun zum Massenphänomen werden. Das Problem: Die Masse interessiert sich anscheinend gar nicht dafür. Denn in Zeiten von Finanzkrise und Rezession hat sich die Mehrzahl der Kunden bisher nur wenig mit diesem Thema befasst.

Laut einer Umfrage des Finanzplanungsunternehmens Financial Planners Group unter Steuerberatern erklärten zwar zu Jahresbeginn drei Viertel der Befragten, dass die Abgeltungsteuer in ihrer Beratungspraxis eine Rolle spielt. 83 Prozent von ihnen sagten wenig überraschend, dass sie an einen erhöhten Beratungsaufwand glauben. Doch auch knapp vier Wochen vor der Einführung macht sich nur ein Teil der Sparer Gedanken. "Wir erleben täglich, dass Anleger noch nicht genügend über die Folgen der Abgeltungsteuer informiert sind", klagt Ralf Schäfer von der Financial Planners Group. Drei Viertel aller Mandanten haben noch keine Vorkehrungen ergriffen, um der neuen Steuer entgegenzuwirken, erklären Steuerberater.

Die Zunft selbst muss dabei für ihren Mandaten in zwei Richtungen denken. Für die Masse ist es sinnvoll, beispielsweise in Aktien oder Aktienfonds noch in diesem Jahr zu investieren. Dann gilt noch die alte Regel mit der entsprechenden Steuerbefreiung nach der Haltefrist von einem Jahr.

Umgekehrt vorgehen müssen Steuerberater bei gut betuchten Kunden. Als Profiteure der Abgeltungsteuer dürfen sich Spitzenverdiener fühlen, die bisher bis zu 45 Prozent Steuern zahlen. Dieser Satz galt bisher auch für Zinserträge aus Sparbüchern, Bausparverträgen und festverzinslichen Papieren. Künftig fallen hier nur noch 25 Prozent an - egal, ob der persönliche Steuersatz darüber liegt. "Sparer mit hohem Steuersatz sollten den Zufluss von Zinserträgen auf einen Zeitpunkt nach dem 1. Januar 2009 verschieben", sagt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler.

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