Abgeltungsteuer
Deutsche bleiben bei Abgeltungsteuer ahnungslos

Acht Monate vor Einführung der Abgeltungsteuer zeigen sich die Deutschen bei diesem Thema noch immer als Volk der Ahnungslosen. Lediglich 43 Prozent haben den Begriff überhaupt schon mal gehört, nur knapp ein Viertel gibt an, gut oder sehr gut informiert zu sein. Neuabschlüsse oder Umschichtungen planen viele Deutsche erst gegen Ende des Jahres.

HB FRANKFURT. Das geht aus dem sogenannten "Mandanten Monitor" der Schleus Marktforschung im Auftrag von AWD unter 1 021 Personen hervor, der dem Handelsblatt exklusiv vorliegt.

Die neue Steuer von pauschal 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag plus eventuell Kirchensteuer auf Zinserträge, Dividenden und Kursgewinne gilt ab kommendem Jahr. Lediglich Freibeträge von 801 Euro bei Ledigen und 1 602 Euro bei Verheirateten schützen davor.

"Viele glauben, davon nicht betroffen zu sein", sagt AWD-Vorstandschef Carsten Maschmeyer. Das gilt besonders für die Gruppe der 18- bis 28-Jährigen, der laut Studie am schlechtesten informierten Altersklasse. Nur 19 Prozent von ihnen haben nach eigenen Angaben hierzu ein gutes oder sehr gutes Wissen. Am besten schneidet die Gruppe der über 59-Jährigen ab, von denen zumindest 29 Prozent über gutes oder sehr gutes Wissen verfügen. Aber auch bei ihnen haben knapp 40 Prozent noch immer ein schlechtes oder gar sehr schlechtes Wissen. Bei der breiten Masse herrscht laut Schleus noch die Meinung, die neue Steuer sei lediglich etwas für "Reiche".

Deutliche Wissensunterschiede ergeben sich auch bei Männern und Frauen. Während beim weiblichen Geschlecht nur 17 Prozent der Befragten gute oder sehr gute Kenntnisse zur Abgeltungsteuer haben, sind es bei Männern immerhin 30 Prozent.

Die allgemein noch immer weit verbreitete Ahnungslosigkeit sehen viele Deutsche indes nicht als Problem. Die meisten spielen auf Zeit und glauben, dass sie noch ausreichend Zeit zur Vorbereitung haben. Nur 17 Prozent der Befragten wollen in den nächsten zwei Monaten Pläne zu Neuabschlüssen oder Umschichtungen umsetzen. 48 Prozent wollen sich dagegen bis August Zeit lassen, rund ein Drittel sogar bis zum Ende des Jahres.

Die Favoriten der Anleger sind dabei Aktienfonds mit 61 Prozent und anschließend Dachfonds mit 41 Prozent. "Der Clou bei Dachfonds ist, dass Wertzuwächse bei Fondsverkäufen innerhalb eines Dachfonds nicht von der Abgeltungsteuer betroffen sind", sagt Carsten Maschmeyer.

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