Abgeltungsteuer

Sparern droht neues Unheil

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Frage der Gerechtigkeit
„Nur wenn es Europa gut geht, wird es Deutschland gut gehen“
„Wir haben gezeigt, dass Politik Sondierungen kann.“
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CSU-Chef Horst Seehofer zeigt sich mit den Ergebnissen der Gespräche „hochzufrieden“.

„Nur wenn es Europa gut geht, wird es auf Dauer auch Deutschland gut gehen.“
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Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzende Angela Merkel zur beschlossenen Stärkung Europas. Im Ergebnispapier steht Europa an erster Stelle.

„Wir haben hervorragende Ergebnisse erzielt.“
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SPD-Chef Martin Schulz in seinem Statement zum Ende der Sondierungsgespräche.

„Große Koalition wird zu Forderungen nach dem Rücktritt von Merkel führen“
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Der Dresdner Politikwissenschaftler Werner Patzelt hat vor einer Neuauflage der GroKo gewarnt. Bringe Kanzlerin Angela Merkel (CDU) eine solche zustande, „so wird diese der AfD Erfolge bei den kommenden Landtagswahlen bescheren und alsbald zu Forderungen nach dem Rücktritt der Parteivorsitzenden Merkel führen“, sagte Patzelt dem Handelsblatt.

„Ein zukunftsorientierter und konstruktiver Text zur Zukunft Europas.“
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EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker begrüßt das Ergebnis der Sondierungsgespräche.

„Das sind schlechte Nachrichten für die kommenden Generationen.“
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Konstantin Kuhle, Vorsitzender der Jungen Liberalen (Julis) und Bundestagsabgeordneter der FDP-Fraktion hat CDU/CSU und SPD für ihre Positionen zur Rente und Mütterrente im finalen Sondierungspapier scharf kritisiert. „Das sind schlechte Nachrichten für die kommenden Generationen, dass die Ausgaben für die Rente erhöht werden sollen, ohne dass eine Finanzierung vereinbart wurde“, sagte er dem Handelsblatt.

„Ohne uns greift die Unmenschlichkeit in der Flüchtlingspolitik weiter um sich.“
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Die Grünen im Bundestag haben sich tief enttäuscht über die Ergebnisse der Sondierungen geäußert. „Ohne uns werden die Klimaziele krachend verfehlt, und ohne uns greift die Unmenschlichkeit in der Flüchtlingspolitik weiter um sich“, erklärte die Vizepräsidentin des Bundestags, Claudia Roth (Grüne).

An diesem Punkt gehen die Meinungen jedoch auseinander. „Wir sind unverändert für die Beibehaltung der Abgeltungsteuer, auch auf Zinserträge“, sagte Patrizia Ribaudo, Sprecherin des deutschen Fondsverbandes BVI dem Handelsblatt. „Eine Differenzierung nach Zinsen und Aktienerträgen halten wir nicht für zielführend.“ Kritik kam auch von den Banken. Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) sprach sich gegen eine steuerliche Sonderbehandlung für Zinsen aus: „Wir können nur davor warnen, Zinserträge aus dem derzeit stimmigen Binnensystem der Besteuerung von Kapitalerträgen herauszulösen“, sagte Melanie Schmergal, Sprecherin des BVR, dem Handelsblatt. Vor Einführung der Abgeltungsteuer habe sich gezeigt, dass die Abgrenzung der einzelnen Kapitalerträge oder die Unterscheidung von Ertrags- und Vermögensebene im Bereich der Kapitaleinkünfte fließend sei.

Auch eine vollständige Abschaffung der Abgeltungsteuer lehnt der BVR ab. „Eine Erhöhung des Steuersatzes oder die Rückkehr zum tariflichen Steuersatz würde ein seit vielen Jahren bewährtes, einfaches und effektives Besteuerungssystem zerstören“, so Schmergal. Ähnlich äußerte sich auch Hans-Walter Peters, Präsident des Bundesverbands deutscher Banken (BdB): „Die Abschaffung der Abgeltungsteuer würde eine Rückkehr zu einem unüberschaubaren bürokratischen Monster bedeuten, das Bürger und Wirtschaft gleichermaßen belastet. Steuermehreinnahmen sind dadurch nicht zu erwarten.“

Verbraucherschützerin Dorothea Mohn vom Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) pocht vor allem auf eine gerechte Besteuerung und kommt deshalb teils zu anderen Einschätzungen: „Ich fände es fragwürdig, wenn tatsächlich beabsichtigt würde, Zinserträge höher zu besteuern als Erträge aus Kursgewinnen oder Dividenden“, sagte sie dem Handelsblatt. Anders bei einer kompletten Abschaffung der Abgeltungsteuer über alle Kapitaleinkünfte: „Das würde mehr steuerliche Gerechtigkeit schaffen“, meint sie, nennt zugleich aber auch negative Folgen: „Der bürokratische Aufwand wäre höher, weil Verbraucher sich dann wieder selbst um die Besteuerung ihrer Erträge kümmern müssten.“ Aktuell müssen Steuerzahler die meisten Kapitaleinkünfte gar nicht in der Steuererklärung angeben, weil Finanzinstitute wie Banken die Steuern automatisch an das Finanzamt abführen.

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3 Kommentare zu "Abgeltungsteuer: Sparern droht neues Unheil"

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  • Werter Herr F. Gessw.

    Ihre Rechnung scheint mir auch eher ideologisch geprägt zu sein. Um den Freibetrag von € 1602 zu überschreiten reichen im Zweifel schon einige gute Aktientransaktionen, deren Ausgangsinvestitionssumme vielleicht sogar nur bei EUR 5000 liegt. Es ist also keineswegs so, dass nur eine kleine Elite von dieser geplanten Steuererhöhung betroffen ist, sondern vielmehr ein erheblicher Teil der Bevölkerung, übrigens genau der, welcher ohnedies die höchsten Steuerlasten zu schultern hat. Der Vorsorge, besonders der Altersvorsorge, wäre mit einer derartigen Gesetzgebung jedenfalls ein Bärendienst erwiesen.

  • Und schon geht's wieder los mit dem erwartbaren "Mimimi, ich muss meine Kapitalerträge besteuern", vor allem mit den üblichen, hanebüchen falschen "Rechnungen". Herr Narrog, 26 % sind 26%, nicht 100% oder mehr. Inflation hat nichts mit der Steuer zu tun.

    50% (FÜNFZIG PROZENT!) aller Deutschen verfügt über kein nennenswertes Vermögen und hat daher überhaupt keine Kapitalerträge. Viele haben mehrere Jobs, um über die Runden zu kommen.

    Wer nennenswerte Kapitalerträge, also entsprechendes Vermögen, hat und hier über subjektiv empfundene Ungerechtigkeit herummimost, hat schlicht nicht mehr alle Tassen im Schrank - und das ist noch die netteste Formulierung, die mir dafür einfällt. Inflation trifft alle, Leute mit kleinen Einkommen wie immer am härtesten.

    Konkret: Damit ein Ehepaar mit Kapitalerträgen überhaupt Steuern zahlen muss, sprich über den Freibetrag von 1.602 € hinaus kommt, da muss bei einer heutzutage sportlichen Verzinsung von 2% ja schon ein Geld- und Aktienvermögen von gut 80.000 € vorhanden sein. Wahrscheinlich ist eine geringere Verzinsung und mehr Vermögen. Wer so viele Liquide Mittel hat, hat in der Regel auch andere Werte. Wenn solche Leute noch herumheulen, dass sie vielleicht zukünftig etwas mehr zur funktionierenden Solidargemeinschaft beitragen sollen, ist das einfach nur zum k*****.

  • Einfacher wäre es die Ersparnisse der Menschen einzuziehen und diesen dafür eine Alimentation entsprechend der ideologischen Präferenzen zu versprechen. Gäste der Kanzlerin, Quotenfrauen, Gleichgeschlechtliche etwas mehr, weisse Männer etwas weniger.

    Real stellen die aktuelle Steuersituation als auch die Besteuerung mit dem persönlichen Steuersatz eine Enteignung in Raten dar.

    Grund: Positive Einkünfte werden besteuert, Verluste sind nur begrenzt absetzbar, Negativzinsen gar nicht. Dadurch ergbit sich in einem schwankenden Kapitalmarkt eine erheblich höhere Steuer.
    Grund: Die Geldentwertung wird mitbesteuert und kann den Steuersatz auf >>100% erhöhen. Beispiel: Anleihe 1%, Inflation 2%, Besteuerung 26% ergibt einen Steuersatz > 100%. Beispiel Aktie: Kursgewinn in 8 Jahren 10%, Geldentwertung 15%, Steuer 26%, ergibt Steuersatz >100%

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