Abgeltungsteuer: Neue Steuerstrategie für Kleinanleger

Abgeltungsteuer
Neue Steuerstrategie für Kleinanleger

Hans Eichel hat sich an ihr noch die Zähne ausgebissen, Peer Steinbrück hat sie durchgeboxt: die einheitliche Abgeltungsteuer auf Kapitaleinkünfte. Sie kommt 2009. Doch schon heute gibt es Strategien, mit denen Sie das meiste aus Ihren Zinsen, Dividenden und Kursgewinnen machen. Auch für Schwarzgeld in Steueroasen ändert sich einiges.

Hans Eichel hat sich an ihr noch die Zähne ausgebissen, Peer Steinbrück, sein Nachfolger als Bundesfinanzminister, hat sie durchgeboxt: die einheitliche Abgeltungsteuer auf Kapitaleinkünfte. Ein vermeintliches Steuergeschenk für erfolgreiche Anleger, die ihr Geld in Deutschland lassen statt es ins Ausland zu bringen. Unabhängig vom einkommensabhängigen persönlichen Steuersatz des Kunden sollen Banken von 2009 an bei Zinsen, Dividenden und Spekulationsgewinnen automatisch und anonym 26,4 Prozent (25 Prozent plus Solidaritätszuschlag) ans Finanzamt abführen. Wer Kirchensteuer zahlt, für den sind es fast 29 Prozent. In diesen Wochen wird über die letzten Details entschieden.

Beim genauen Hinschauen ist das Geschenk nicht immer eines. Beispiel Dividenden: Bisher sind sie zwar dem vollen Steuersatz unterworfen, aber nur mit der Hälfte ihres Betrags - bei 42 Prozent Spitzensteuersatz (ohne Soli) sind das maximal 21 Prozent, also weniger als von 2009 an. Und wer bisher Kursgewinne nach mindestens einem Jahr Haltedauer der Wertpapiere einfuhr, musste dem Fiskus gar nichts abgeben, künftig aber schon. Anleger sollten im Depot rechtzeitig umschichten, um unter der neuen Abgeltungsregel gut zu fahren. Dabei gilt: Schon jetzt steuerfreie Kursgewinne sichern und bei langfristigen Anlagen die Neuregelungen einplanen.

Nicht nur, weil die Abgeltungsteuer erheblich niedriger als der aktuelle Spitzensteuersatz sein wird, dürften Anleger mit Hang zum Ausland ins Grübeln kommen: "Wenn der wirtschaftliche Vorteil im Ausland sinkt, rücken die Risiken in den Vordergrund", sagt Jesco Idler, Steuerberater in der Kanzlei Flick Gocke Schaumburg in Bonn. Denn Steuerfahnder können Schwarzgeld immer leichter auch im Ausland aufspüren. Hinzu kommt: Auch die liebsten Länder der Deutschen wie Luxemburg, Österreich und die Schweiz fordern von Kunden aus dem Ausland künftig mehr Steuern. So steigt die Quellensteuer auf Zinsen von derzeit 15 Prozent bis 2011 auf 35 Prozent.

Umdenken beim Anlegen: Die Abgeltungsteuer wird vermeintlich langweilige Produkte wie festverzinsliche Papiere oder Lebensversicherungen attraktiver machen und die Spielregeln am Kapitalmarkt verändern. Daraus folgen die wichtigsten Strategien:

» Erstens: Aktuelle Steuervorteile sichern
» Zweitens: Beim Kaufen umdenken
» Drittens: Gebühren vergleichen
» Hintergrund: Geld im Ausland

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