Abgeltungsteuer
Union will Aktiensparer schonen

Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion kommt der Fondslobby entgegen: Einflussreiche CDU-Politiker unterstützen nach Informationen des Handelsblatts die Forderungen, langfristige Fondssparpläne für die Altersvorsorge von der anstehenden Abgeltungsteuer zu befreien.

BERLIN/FRANKFURT. Aktiensparen für das Alter könnte ab 2009 steuerlich lukrativer sein als bislang absehbar. Einflussreiche CDU-Politiker unterstützen nach Informationen des Handelsblatts die Forderungen, langfristige Fondssparpläne für die Altersvorsorge von der anstehenden Abgeltungsteuer zu befreien. Das Thema wird am kommenden Mittwoch aktuell, wenn das Bundeskabinett über das Jahressteuergesetz 2009 berät. Darin sollen Fondssparpläne nach den Vorstellungen der CDU/CSU-Fraktion steuerlich bessergestellt werden. Dann dürften sich auch Finanzexperten des Koalitionspartners SPD äußern, die sich bislang dazu noch nicht endgültig positioniert haben.

Der finanzpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Otto Bernhardt, bricht eine Lanze für Aktien als Langfristanlage. "Wir können nicht auf der einen Seite predigen, die private Altersvorsorge zu stärken und auf der anderen Seite das interessanteste Instrument, die Aktie, dabei stiefmütterlich behandeln", sagte Bernhardt dem Handelsblatt. Konkret spricht sich der Finanzexperte im Namen der Union dafür aus, Fondssparpläne auf Aktienbasis ganz von der Abgeltungsteuer zu befreien, sofern sie bestimmte Kriterien erfüllen. Die Sparpläne müssen seiner Ansicht nach eine Mindestlaufzeit von zwölf Jahren haben und dürfen erst ab 60 ausgezahlt werden. Zudem soll der begünstigte Sparbetrag auf 6 000 Euro im Jahr begrenzt werden.

Dies entspricht in etwa der ursprünglichen Forderung des Fondsverbands BVI. Das Bundesfinanzministerium hat zwar grundsätzliches Verständnis dafür, allerdings wiegt dort die Furcht vor Steuerausfällen schwerer.

Der BVI ist mittlerweile von seiner Forderung abgerückt und pocht auf Steuervorteile, wie sie für Lebensversicherungen gelten. Dies schlägt BVI-Hauptgeschäftsführer Stefan Seip in einer aktuellen Stellungnahme zum Referentenentwurf des Jahressteuergesetzes vor, die dem Handelsblatt vorliegt. Konkret macht sich der Verband dafür stark, dass Auszahlungen aus Sparplänen mit Fonds, Aktien, Zertifikaten oder aus Banksparplänen ab 2009 nicht voll der Abgeltungsteuer von 25 Prozent unterliegen. Die bislang steuerfreien Wertzuwächse sollten wie bei Lebensversicherungen zur Hälfte mit dem persönlichen Einkommensteuersatz belastet werden. Das sei analog zu den Lebensversicherungen für Verträge sinnvoll, die mindestens zwölf Jahre liefen und nicht vor dem 60. Geburtstag des Sparers ausgezahlt würden.

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