Aktien, Computer und Trinkgelder
Der Bundesfinanzhof hat 2004 viel vor

Deutschlands ranghöchsten Finanzrichtern steht ein arbeitsreiches Jahr bevor. Allein die jetzt veröffentlichte Liste der bedeutendsten Verfahren, die der Bundesfinanzhof (BFH) in München 2004 entscheiden will, umfasst acht Seiten. Unter den über 50 aufgezählten Fällen ist für alle Steuerzahler etwas dabei - ob sie nun Anleger, Anwälte oder einfach nur "normale" Abgabenpflichtige sind.

DÜSSELDORF. Besonders bedeutsam für private Aktienbesitzer dürfte die Frage sein, ob umfangreiche Wertpapiergeschäfte noch private Vermögensverwaltung sind oder schon gewerblicher Handel. Die zweite Variante wäre ungünstig für die Anleger. Dann müssten sie auf die Verkaufsgewinne nicht nur Spekulationssteuer zahlen - sondern zusätzlich auch Gewerbesteuer (Az.: X R 7/99).

Mit Spannung erwartet wird auch das Urteil des BFH zur Zuteilung von Bonusaktien anlässlich des Börsengangs der Telekom. Handelt es sich dabei um Einkünfte aus Kapitalvermögen, schlägt die Steuer zu, sind es lediglich "sonstige Einkünfte", gilt für sie die Spekulationsfrist für Aktienverkäufe. Nach Ablauf eines Jahres wäre ihr Verkauf dann steuerfrei (Az.: VIII R 70/02).

Für Anwälte geht es um nicht weniger als ihre berufliche Verschwiegenheitspflicht, und zwar im Zusammenhang mit der Absetzbarkeit von Bewirtungskosten. Der IV. Senat des BFH muss klären, ob auch Anwälte gegenüber dem Finanzamt die Teilnehmer einer Bewirtung und die Gesprächsthemen nennen müssen, um in den Genuss des Steuerabzugs zu gelangen (Az.: IV R 50/01).

Aber nicht nur deshalb schauen die Advokaten gespannt nach München. Der BFH will auch darüber urteilen, ob die - gewerbesteuerfreien - Freiberufler künftig Gewerbesteuer zahlen müssen, wenn sie sich mit einer Wirtschafts- und Steuerberatungs-GmbH zu einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) zusammenschließen. Die Richter müssen also entscheiden, ob die GmbH den Freiberufler mit dem "Virus der Gewerbesteuerpflicht" infizieren kann (Az.: IV B 192/03).

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