Aktuelles BGH-Urteil
Immobilienmakler: Tricksen mit Verwandten

In einem sind sich Mieter und Immobilienkäufer einig: Die Maklercourtage ist unnötiges Geldverprassen. Sie ersinnen deshalb immer neue Tricks, um sich die Provision an den Vermittler zu sparen. Ein beliebtes Umgehungsmodell stoppte jetzt der Bundesgerichtshof zu Gunsten der Makler: den Trick mit den Verwandten (III ZR 20/03).

Im Urteilsfall interessierte sich eine Frau für ein Anwesen im Süden Münchens. Sie schaltete eine Maklerin ein. Die Interessentin hatte Glück, die Maklerin hatte ein passendes Grundstück im Repertoire. Die Kundin ließ sich von der Vermittlerin herumführen, erkundigte sich nach dem Preis - und kaufte nicht. Stattdessen griffen ihr Vater und ihr Bruder zu. Für die Frau eine klare Sache: Die Maklerin bekommt von ihr keine Courtage.

Der Bundesgerichtshof sah das anders. Der Interessentin komme der Vertrag ähnlich zugute, als habe sie ihn selbst abgeschlossen. Denn sie zog später als Mieterin von Vater und Bruder in das Haus. Die Provision ist fällig, so das Bundesgericht, wenn "zwischen dem Maklerkunden und dem Dritten besonders enge persönliche oder wirtschaftliche Beziehungen bestehen". Wer die Vorteile der Maklerarbeit in Anspruch nehme, müsse sie auch bezahlen.

Anwalt Uwe Bethge aus Hannover: "Das Urteil befreit von den strengen Formalien, wer mit wem einen Vertrag geschlossen hat." Es kommt allein auf das Ergebnis an. Die Makler können sich freuen.

Quelle: Wirtschaftswoche

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