Angestellter Jurist mit Nebenjob als Anwalt kann nicht doppelt absetzen
Fiskus erkennt Werbungskosten nur einmal an

Das Finanzgericht Köln hat jetzt einem Arbeitnehmer den Spaß an einer Nebentätigkeit verdorben - indem es seine Betriebsausgaben für den Nebenjob gründlich kürzte.

HB DÜSSELDORF. In einem neuen Urteil stellten sich die Kölner Richter auf den Standpunkt, die Werbungskostenpauschale für Arbeitnehmer in Höhe von derzeit 920 Euro sei nicht durch tatsächliche Werbungskosten gedeckt gewesen. Deshalb müsse dem Kläger ein Betrag in Höhe der angeblichen Differenz bei vergleichbaren Betriebsausgaben aus der Nebentätigkeit wieder abgezogen werden. Weil dies in der Fachliteratur umstritten ist, ließ das Gericht die Revision zum Bundesfinanzhof (BFH) zu.

Der Kläger arbeitete sowohl als angestellter Jurist mit Einnahmen aus nichtselbstständiger Tätigkeit wie auch freiberuflich als Rechtsanwalt. Für die Anwaltstätigkeit machte er in seiner Steuererklärung Betriebsausgaben in Form von Raummiete, Energiekosten, Versicherungen, KFZ-Kosten, Bewirtung, Porto, Telefon, Bürobedarf, Fachliteratur, Steuerberatungskosten und Bankgebühren geltend. Außerdem beanspruchte er als Arbeitnehmer den Werbungskostenpauschalbetrag von derzeit 920 Euro. Das Finanzamt meinte dagegen, die nichtselbstständige und die selbstständige Tätigkeit seien vergleichbar, so dass typische Aufwendungen nur einmal anfielen. Es schätzte sodann die eindeutig auf die nichtselbstständige Tätigkeit entfallenden Aufwendungen für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, bestimmte Arbeitsmittel und Kontoführung und stellte fest, dass diese geringer seien als die Werbungskostenpauschale. Die angebliche "Überberücksichtigung" von Werbungskosten bei der nichtselbstständigen Tätigkeit korrigierte das Finanzamt dann, indem es die Differenz zwischen Pauschbetrag und geschätzten Werbungskosten von den freiberuflichen Betriebsausgaben wieder abzog.

Hiergegen zog der Kläger vor das Finanzgericht und argumentierte, es gäbe keine gleichartigen Aufwendungen für beide Tätigkeiten. Seine Betriebsausgaben seien von den Werbungskosten eindeutig trennbar gewesen. Das nützte ihm jedoch bei den Finanzrichtern wenig. Diese schlugen sich auf die Seite des Finanzamtes und bestätigten die Untrennbarkeit der Ausgaben sowie die aufteilende Schätzung des Finanzamtes. Das Gericht berief sich auf die Rechtsprechung des BFH, nach der für dieselben Ausgaben jedenfalls nicht sowohl ein Werbungskostenpauschbetrag als auch ein Betriebsausgabenabzug zu gewähren sei.

Aktenzeichen FG Köln: 2 K 5754/01

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