Anlegerschützer nehmen die Commerzbank ins Visier
Finanzgericht streicht Steuervorteile für Filmfonds

Die Idee schien rentabel: Anleger investieren in Filmfonds, diese schreiben in den ersten Jahren Verluste und weisen diese steuermindernd Anlegern zu. Doch keiner hatte mit dem Fiskus gerechnet, der strich die Vorteile als nicht angemessen, genauso wie jetzt das Finanzgericht. Für die Commerzbank könnte das ärgerlich werden.

sos FRANKFURT. Anlegerschützer nehmen nach einem Beschluss des Finanzgerichts München die Commerzbank ins Visier. Die Richter strichen die Steuervorteile, die Anlegern der VIP-Medienfonds gewährt worden waren; dies betreffe immerhin rund 635 Mill. Euro. Verluste aus der Produktion der Filme ließen sich nicht absetzen, da Filme bilanziell kein Anlagevermögen wären, sondern Umlaufvermögen, so die Richter. Das aber ist nicht abzugsfähig. Denn einmal im Kinoverleih seien VIP-produzierte Filme wie "Das Parfüm" oder "Sieben Zwerge" nach Rückgabe an die Fonds kaum etwas wert.

Das könnte etwa für die Commerzbank ärgerlich werden. Sie hatte das Konzept nach eigenen Angaben in puncto Steuervorteile überprüft. "Die Commerzbank hätte Kunden auf diese möglichen Steuerprobleme hinweisen müssen", kritisiert Rechtsanwalt Jan Ahrens, -Henning dessen Kanzlei rund 400 Geschädigte vertritt. Allein 8 000 Commerzbank-Kunden zeichneten die Fonds. "Schon damals gab es zahlreiche Berichte nach denen das Steuerkonzept als riskant galt", sagt Anwältin Katja Fohrer. Das habe die Bank verschwiegen; sie müsse nun Schadensersatz zahlen. "Diese Ansichten des Gerichts sind völlig neu, damit konnte keiner rechnen", kontert ein Bank-Sprecher. Das hätten weder Steuerfahnder noch Betriebsprüfer bisher so gesehen. Jetzt muss der Bundesfinanzhof entscheiden.

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