Arztfehler
Gerichtskosten sind absetzbar

Normalerweise können Ausgaben für Zivilprozesse nicht steuerlich geltend gemacht werden. Doch es gibt Ausnahmen, wie ein aktuelles Urteil im Zusammenhang mit einem Arztfehler zeigt.

Der Skiurlaub einer Ingenieurin endete schmerzhaft. Bei einem Sturz verdrehte sie sich das Knie, der Arzt diagnostizierte einen Kreuzbandriss und operierte. Nach einem Monat entfernte er zwei eingesetzte Schrauben und stellte fest, dass das Kniegelenk mit Bakterien infiziert war. Die Infektion löste eine Knochenentzündung sowie eine Arthrose aus, die Frau war eineinhalb Jahre arbeitsunfähig.

Vor Gericht hatte sie zunächst Pech, die Richter wiesen ihre Schadensersatz- und Schmerzensgeldklage gegen den Arzt zurück. Einen Erfolg verbuchte sie aber in der zweiten Runde: Sie dürfe rund 5 000 Euro Gerichts- und Anwaltskosten von der Steuer absetzen, entschied das Finanzgericht Münster (3 K 5739/03 E). Zivilprozesse seien zwar in der Regel Privatsache und damit steuerlich irrelevant. Diese Klage sei aber "existenziell erforderlich" gewesen, so die Richter. Schließlich habe der Frau wegen des steifen Knies eine Behinderung und damit der Verlust ihres Jobs gedroht.

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