Aus den USA ins deutsche Amt zitiert
Der lange Arm der Steuerfahndung

Ein Manager verdiente binnen drei Jahren zwei Millionen Euro. Da er in der Steuererklärung trotzdem nur geringe Zins- und Dividendeneinkünfte angab, wurde das Finanzamt misstrauisch. Die Beamten forderten den Mann deshalb 2001 auf, mit sämtlichen Bankunterlagen in den Amtsstuben zu erscheinen.

Doch der Manager wehrte sich: Da er inzwischen in den USA lebe, sei es unzumutbar, dafür extra nach Deutschland zu kommen. Die Aufforderung der Beamten sei sowieso unzulässig, weil niedrige Kapitaleinkünfte allein nicht den Verdacht der Steuerhinterziehung rechtfertigten. Er habe Ende der Neunzigerjahre eben hohe Ausgaben gehabt und das verdiente Geld erst später angelegt, argumentierte der Mann.

Doch der Bundesfinanzhof in München schlug sich auf die Seite des Finanzamts: Die Angaben zu seinen angeblich hohen Ausgaben seien "nicht nachprüfbar", weshalb der Verdacht der Steuerhinterziehung sehr wohl gerechtfertigt sei (VI R 68/04). Es spreche auch nichts dagegen, den Manager zu einer Prüfung seiner Unterlagen nach Deutschland zu zitieren, stellten die obersten Finanzrichter klar.

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