Bankgeheimnis gekippt
EU-Staaten tauschen Steuerdaten aus

Österreich und Luxemburg verschärfen den Kampf gegen Steuerbetrüger und schaffen das Bankgeheimnis für Ausländer ab. Ein zukunftsweisendes Signal – auch an Deutschland.
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BerlinSchlechte Zeiten für Steuerbetrüger in Deutschland: Auch in Luxemburg und Österreich sind sie bald nicht mehr sicher vor dem deutschen Fiskus. Beim EU-Gipfel gaben die beiden Länder jetzt faktisch ihr Bankgeheimnis auf. Deutsche „Steuergäste“ der beiden Länder können damit nicht mehr davon ausgehen, dass ihre Identität den hiesigen Finanzämtern verschwiegen wird.

Und damit nicht genug: Nicht nur Zinseinnahmen sollen künftig in der Europäischen Union lückenlos besteuert werden, sondern auch andere Kapitalerträge, wie Dividenden oder Veräußerungsgewinne. Das gilt nicht nur für Personen, sondern auch für Fonds und andere Steuerspar-Konstrukte. Weltweit geht es um Billionen, die an der Staatskassen bislang vorbei verschoben wurden.

Auch wichtige Nicht-EU-Länder, wie die Schweiz und Liechtenstein, bewegen sich inzwischen auf die Linie der Europäischen Union ein. Die Verhandlungen mit diesen bei Steuerbetrügern lange beliebten Staaten laufen nach Angaben aus EU-Kreisen positiv, so dass eine Vereinbarung bis Jahresende möglich ist.

Dies sei für Österreich und Luxemburg ein wichtiges Signal gewesen, ihre bisherige Blockade aufzugeben. Aus regierungsnahen Kreisen in der Schweiz ist zu hören, dass die Eidgenossenschaft keine Schwierigkeiten habe, mit einer neuen Richtlinie Steuer-Schlupflöcher zu schließen.

Diese schlechte Nachricht für Steuerbetrüger, die ihr Geld ins Ausland gebracht haben, ist nicht die einzige in diesen Tagen. Ebenfalls in dieser Woche legten die fünf größten EU-Länder einen Zeitplan vor, auf den sich insgesamt 44 Staaten und Rechtsgebiete in der Welt geeinigt haben. Sie wollen Informationen über Konten und Transaktionen ihrer Staatsbürger künftig automatisch einmal im Jahr austauschen und vergleichen.

Ein erster solcher Abgleich nach dem neuen Standard der Organisation für Wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) ist schon 2017 geplant. Er soll bestimmte bereits Ende 2015 bestehende Konten einschließen - eine weitere schlechte Nachricht für Steuerbetrüger.

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„Es geht um Milliarden für den deutschen Fiskus“

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  • Wie unseriös ist das denn: Er von rund 400 Milliarden Euro an Schwarzgeld, das Deutsche im Ausland geparkt haben dürften. „Das sind jährlich 25 bis 30 Milliarden Euro, die dem deutschen Staat durch die Lappen gehen“
    400 Mrd. bringen bei 1,5% Zinsen grade mal 6 Mrd, die Steuer darauf wären 1,5 Mrd!

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