Beruf + Erfolg
Steuerberater: Der Trumpf des Teams

Globale Mandanten, mehr Wettbewerb, lahme Konjunktur - Steuerberater stehen unter Druck und schließen sich immer öfter zu Netzwerken zusammen.

Der Steuerberater der Zukunft hält sich mit Kleinklein-Geschäften nicht auf. Jahresabschlüsse erstellen für den Metzger um die Ecke? Undankbar und unprofitabel. Längst erledigt Billigsoftware diesen Job. Nein, der Steuerberater der Zukunft macht es wie Larsen Lüngen: Er wechselt von der Kreisliga in die Champions League.

Lüngen zögerte nicht lange, als ihn die Beratergruppe Ecovis im vergangenen Jahr fragte, ob er sich anschließen wolle. Für den Krefelder Steuerberater lagen die Chancen auf der Hand: Statt Aufträge von niederrheinischen Handwerkern lockten Mandate zur Beratung weltweit expandierender Mittelständler. Also brachte er nach viereinhalb Jahren Selbstständigkeit seine Kanzlei samt sieben Mitarbeitern in den Verbund ein. Jetzt ist der 35-Jährige Angestellter und Teilhaber der Ecovis-Allianz mit mehr als 240 Beratern in 149 Büros von Altötting in Bayern bis Tianjin in China.

Das Berufsbild des Steuerberaters wandelt sich. Zunehmend verlassen selbstständige Freiberufler ihr Schneckenhaus und schließen sich großen Steuerberatungsgesellschaften an. Von den rund 72 000 Steuerberatern in Deutschland sind nur noch 72 Prozent selbstständig, vor zehn Jahren lag die Quote bei 78 Prozent.

Diese Konzentration ist die Reaktion auf die drei großen Trends, die den gesamten Berufsstand herausfordern:

- Der Markt wird enger, weil infolge der lahmenden Konjunktur das Kostenbewusstsein gestiegen und die Zahl der Mandanten gesunken ist.

- Die Konkurrenz nimmt zu, weil Steuerfachanwälte, Unternehmensberater und Wirtschaftsprüfer ins traditionelle Metier der Steuerberater drängen.

- Die Anforderungen steigen, weil global expandierende Mittelständler Steuerberater vor immer anspruchsvollere Beratungsaufgaben stellen.

Neue Allianzen sind deshalb unausweichlich. Denn mehr als andere Freiberufler hängen die Steuerberater am Tropf des Wirtschaftswachstums. Geht es den Unternehmen gut, fließt auch mehr Geld für steuerliche Beratung. Dümpelt hingegen die deutsche Konjunktur wie in den vergangenen Jahren, trifft dies viele Mittelständler, die mit Abstand größten Auftraggeber der Steuerberater. Logische Folge: Der Gesamtumsatz der Steuerberater stagnierte nach Angaben des Statistischen Bundesamts zwischen 2001 und 2004 bei 14,2 Milliarden bis 14,4 Milliarden Euro.

Künftig dürften zudem auch weniger Privatleute die Beratungsleistungen vom Profi nachfragen, denn von diesem Jahr an können sie Ausgaben für den Steuerberater nicht mehr im selben Umfang wie bisher von der Steuer absetzen. Allerdings malt eine aktuelle Umfrage des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung und des Verbands der Vereine Creditreform bereits wieder ein rosigeres Bild. Mehr als zwei Drittel der von den Forschern befragten Steuerberater und Wirtschaftsprüfer verzeichneten demnach im ersten Quartal dieses Jahres ein Umsatzplus. "Wenn aber die Mehrwertsteuererhöhung 2007 die Konjunktur abwürgt, dürfte es mit dem Aufwärtstrend schon wieder vorbei sein", befürchtet Ecovis-Vorstand Ferdinand Rüchardt.

Seite 1:

Steuerberater: Der Trumpf des Teams

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%