Berufsgenossenschaft muss nicht zahlen
Bei Abstecher zum Tanken Versicherungsschutz weg

Berufspendler verlieren den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung, wenn sie auf dem Weg zur Arbeit einen Abstecher zum Tanken machen. Dies geht aus einem aktuellen Urteil des hessischen Landessozialgerichts in Darmstadt hervor.

ap DARMSTADT. Die Richter erklärten, längere Wege seien vom Versicherungsschutz nur erfasst, wenn es dafür nachvollziehbare betriebliche Gründe gebe. Im vorliegenden Fall hatte eine 26-jährige Produktionshelferin aus dem Landkreis Limburg-Weilburg nicht den direkten Weg zur Arbeitsstätte gewählt, sondern war frühmorgens zunächst einmal in die entgegengesetzte Richtung gefahren, um im nächsten Ort noch zu tanken. Dabei verunglückte die junge Frau. Einen Antrag, das Ereignis als Arbeitsunfall einzustufen, lehnte die zuständige Berufsgenossenschaft ab.

Das Landessozialgericht bestätigte diese Entscheidung. Tanken gehöre grundsätzlich zum unversicherten persönlichen Lebensbereich, stellten die Richter fest. Eine Ausnahme gelte nur dann, wenn das Auftanken während der Fahrt unvorhergesehen notwendig werde, da der Arbeitsplatz anders nicht zu erreichen sei. Ein solcher Fall habe hier aber nicht vorgelegen. Die Klägerin hätte ihr Fahrtziel auch ohne Tanken problemlos erreichen können, da bei Fahrtantritt nicht einmal der Reservebereich angebrochen gewesen sei.

(Aktenzeichen: L 3 U 195/07)

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