BFH-Urteil: Steuersparen mit dem Arbeitszimmer bleibt schwierig

BFH-Urteil
Steuersparen mit dem Arbeitszimmer bleibt schwierig

Millionen Steuerzahler erledigen einen Teil ihrer Arbeit von zu Hause aus und würden ihr häusliches Arbeitszimmer gern von der Steuer absetzen. Doch der Bundesfinanzhof hält an den strengen Regeln fest.

München/FrankfurtHeute im Büro, morgen im Homeoffice – in vielen Unternehmen gehört ein flexibler Arbeitsort bereits zum Alltag. Schwer tun sich damit aber noch die Finanzbehörden. Richten sich Beschäftigte zu Hause ein Arbeitszimmer ein, können sie die Kosten nur unter strengen Bedingungen von der Steuer absetzen. Die wichtigste Hürde bisher: Das Arbeitszimmer muss nachweislich nahezu ausschließlich dienstlich genutzt werden.

An dieser Regelung ändert sich auch nach einem am Mittwoch verkündeten Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) nichts. Der Große Senat des obersten Finanzgerichts stellte in einer Grundsatzentscheidung klar, dass ein nur zeitweise für die Arbeit genutzter Raum steuerlich nicht anerkannt wird (Az.: GrS 1/14). „Ein häusliches Arbeitszimmer setzt neben einem büromäßig eingerichteten Raum voraus, dass es ausschließlich oder nahezu ausschließlich für betriebliche oder berufliche Zwecke genutzt wird“, erklärte der BFH. Auch eine Arbeitsecke in einem Raum, der ansonsten privaten Zwecken dient, wird nicht akzeptiert.

Ein Teilzeit-Arbeitszimmer könne schon allein deshalb nicht anerkannt werden, weil sich nach Ansicht der Richter kaum überprüfen lasse, wie viel Zeit der Arbeitnehmer tatsächlich in dem Raum arbeitet. 20 Prozent seiner gesamten Arbeitszeit, oder doch eher 40 Prozent? Diskutiert haben die Juristen auch über ein Zeitenbuch, in dem der Steuerzahler seine Anwesenheit im häuslichen Arbeitszimmer dokumentiert. Sie sahen darin aber kein geeignetes Mittel. „Da die darin enthaltenen Angaben keinen über eine bloße Behauptung des Steuerpflichtigen hinausgehenden Beweiswert hätten.“

„Für Millionen Steuerzahler ist das Urteil eine Enttäuschung“, sagt Erich Nöll, Geschäftsführer des Bundesverbands der Lohnsteuerhilfevereine (BDL). „Doch immerhin wurde die Aufteilung von Werbungskosten nicht grundsätzlich in Frage gestellt, bei einer Mischung aus Dienst- und Urlaubsreise bleibt sie zum Beispiel möglich.“ Auch Ausgaben wie Telefonkosten könnten aufgeteilt werden, weil es dafür klare Kriterien gebe.

„Es bleibt alles wie gehabt. Für viele Steuerzahler wird das Arbeitszimmer weiterhin nicht steuerlich absetzbar sein“, kommentierte auch Reiner Holznagel, Präsident des Bundes der Steuerzahler. „Die Politik sollte das Urteil aber zum Anlass nehmen, über die Regelungen nachzudenken, schließlich haben sich zahlreiche Bürger beschwert.“ Auch sei fraglich, ob das geltende Recht noch in die flexible Arbeitswelt passe

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