Bis zu 7 680 Euro jährlich absetzbar
Steuerabzug für Ausländer wird leichter

In Deutschland lebende Türken können Unterhaltszahlungen an ihre in der Heimat befindlichen arbeitslosen Eltern absetzen - auch wenn sie deren Bedürftigkeit im wesentlichen nur über eine Bescheinigung des türkischen Arbeitsamtes nachweisen können.

HB/li DÜSSELDORF. Das hat das Hessische Finanzgericht jetzt entschieden. Damit erleichtert das Gericht Gastarbeitern, Unterstützungsgelder steuerlich geltend zu machen - obwohl es in diesen Fällen nach Angaben der Finanzverwaltung häufig zu Missbrauch kommt.

Unterhalt an Angehörige kann nach dem Einkommensteuergesetz bis zu 7 680 Euro jährlich abgesetzt werden, wenn der Empfänger nach dem Zivilrecht unterhaltsberechtigt ist. Je nachdem, in welches Land das Geld fließt, gelten niedrigere Sätze. Voraussetzung ist, dass der Angehörige nicht im Stande ist, für seinen Lebensunterhalt zu sorgen.

Die türkischen Eltern der Kläger waren im Alter von 49 und 46 Jahren arbeitslos, lebten auf dem Lande und hatten sich nach dem Vortrag der Kläger als Analphabeten nur mündlich um Arbeit bemüht. Obwohl eine Bescheinigung des türkischen Arbeitsamtes über die Erwerbslosigkeit sowie eine Bescheinigung des türkischen Verwaltungspräsidenten über mangelndes Vermögen der Eltern vorlagen, meinte das Finanzamt, es sei nicht erwiesen, dass die Eltern sich nicht selbst unterhalten könnten.

Die Richter entschieden hingegen, dass von der Unterhaltsberechtigung auszugehen und der Steuerabzug zu gewähren sei: Denn wenn auf Grund der Umstände des Falles - wie dem Alter der Eltern und der Lage ihres Wohnorts - klar sei, dass sie so gut wie keine Arbeit finden könnten, dann seien nicht noch weitere Nachweise für deren Bedürftigkeit mehr zu fordern.

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