Bislang einmalige Entscheidung in baurechtlichem Nachbarschaftsstreit
„Schikanöser Schuppen“ muss abgerissen werden

Nachbarn dürfen sich nicht schikanieren. Das hat der Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Mannheim jetzt einem Baden- Württemberger schriftlich bestätigt. Nach Überzeugung der Richter hat sein Nachbar einen Schuppen nur gebaut, um ihn zu ärgern. Das war schikanös, entschied das Gericht.

dpa MANNHEIM. Der Bauherr habe gegen das Gebot auf Rücksichtnahme verstoßen, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten Urteil. Die Baugenehmigung ist nichtig. Der Schuppen muss abgerissen werden (Az.: 8 S 98/08). Dem Gericht zufolge ist das eine bislang einmalige Entscheidung in einem baurechtlichen Nachbarschaftsstreit.

Als der Nachbar Nordmanntannen pflanzte, mahnte ihn der Bauherr, dass sie acht Meter Abstand zu seinem Grundstück haben müssten, damit er weiterhin den Blick auf die Natur genießen könne. Andernfalls werde er einen Schuppen vor sein Haus setzen, wird der Mann im Urteil von einem Zeugen zitiert.

Im Juni 2006 wurde der Bau genehmigt. Auf dem 3000-Quadratmeter- Wiesengrundstück wurde der Schuppen errichtet: zwölf Meter lang, vier bis fünf Meter hoch - und 2,5 Meter von der Terrasse des Nachbarn entfernt. Damit würden zwar die Abstandvorschriften eingehalten, doch sei der Bau schikanös und rücksichtslos, urteilten die VGH-Richter nach einer Ortsbesichtigung.

Das Urteil ist rechtskräftig. Den Abriss muss der Kläger bei den Behörden durchsetzen.

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