BKA-Zahlen
Geldwäsche erreicht neuen Höchststand

Beim Bundeskriminalamt sind vergangenes Jahr knapp 13.000 Verdachtsfälle für Geldwäsche eingelaufen. Spielbanken und der Immobiliensektor werden bei Kriminellen beliebter. Immer häufiger involviert sind Privatleute.
  • 6

WiesbadenDie Sicherheitsbehörden kämpfen verstärkt mit dem Phänomen der Geldwäsche. 2011 gingen bei der im Bundeskriminalamt (BKA) angesiedelten Financial Intelligence Unit (FIU) insgesamt 12.868 Verdachtsmeldungen nach dem Geldwäschegesetz ein. Das seien rund 17 Prozent oder 1.800 Fälle mehr als 2010 und ein neuer Höchststand seit Inkrafttreten des Geldwäschegesetzes im Jahr 1993, sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke am Montag in Wiesbaden. Sorgen bereiten den Behörden zunehmend die mögliche Geldwäsche in Spielbanken und durch den Kauf von Immobilien.

Als Geldwäsche gilt es, wenn illegal erworbene Vermögenswerte wieder in den Geldumlauf gebracht werden, um sie zu "waschen", also ihre Herkunft zu verschleiern. 91 Prozent der Verdachtsanzheigen auf Geldwäsche kommen über Banken und Kreditinstitute. Gemeldet werden sie bei der FIU, der nationalen Zentralstelle zur Bekämpfung der Geldwäsche und der Finanzierung des Terrorismus, die am Montag ihren Jahresbericht vorlegte.

Die gestiegene Zahl der Verdachtsanzeigen sei ein gutes Zeichen, sagte die Exekutivdirektorin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Gabriele Hahn. Sie zeigten aber auch, dass Gesetze nur dann funktionierten, wenn ihre Einhaltung auch effektiv überwacht werde. Ziercke betonte zudem, die gestiegene Anzahl der Verdachtsanzeigen bedeute nicht automatisch einen Anstieg der Geldwäsche in Deutschland.

Von den fast 13.000 Verdachtsanzeigen habe sich in rund 44 Prozent der Fälle der Verdacht einer Straftat erhärtet. Die Zahl der in den Anzeigen genannten Personen sei aber mit rund 22.000 nahezu gleich geblieben.

Seite 1:

Geldwäsche erreicht neuen Höchststand

Seite 2:

Finanzagenten lassen sich mit Provisionen locken

Kommentare zu " BKA-Zahlen: Geldwäsche erreicht neuen Höchststand"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Verdachtsanzeigen von strafbedrohten jährlich "weitergebildeten" Bank-und Sparkassenmitarbeitern sagen rein garnichts aus.Wieviel Ermittlungsverfahren ,Anklagen,Verurteilungen aus Prozessen gab es denn seit Einführung des Geldwäschegesetzes.Wer die Bundesrepublik aus formalistischen Gründen mit Nord-Korea und Somalia auf eine Stufe stellt sollte man die Teesorte wechseln!!!

  • Tatort Post. Vor mir stehen 3 Türken mit jeweils 6000.- Euro und zahlen die ein; mehrere Male im Monat. Ende des Jahres kauft einer ein Mehrfamilienhaus in der Nähe. Sind Hartz 4- Empfänger. Wie ist das möglich? Woher kommt das Geld? Das Geldwäschegesetz ist für die Katz`

  • @Micha

    Genau damit dürften Sie recht haben.
    Die OSZE z.B., angeblich ja eine Friedensorganisation, mischt da ja auch kräftig mit neuen Regeln mit. Die OSZE ist inzwischen so etwas wie eine Terrororganisation gegen die eigenen Bürger.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%