Bleaching Zahnaufhellung kann steuerfrei sein

Mit Bleaching lassen sich verfärbte Zähne aufhellen. Meist müssen Patienten diese Leistung selbst zahlen. Doch nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs können sie in bestimmten Fällen zumindest die Steuer sparen.
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Wenn die Zähne weißer sein sollen, kann Bleaching helfen. Quelle: dpa
Ein Gebissmodell

Wenn die Zähne weißer sein sollen, kann Bleaching helfen.

(Foto: dpa)

MünchenWas wäre das deutsche Umsatzsteuerrecht ohne Ausnahmen und Befreiungen. Zu den Leistungen, die von der Umsatzsteuerpflicht befreit sind, zählen beispielsweise Heilbehandlungen. Wer also als Arzt, Physiotherapeut oder Hebamme im Bereich der Humanmedizin Heilbehandlungen anbietet, muss darauf keine Umsatzsteuer aufschlagen.

Aber mit den Heilbehandlungen ist das so eine Sache. So gilt grundsätzlich: Leistungen von Heilberuflern sind nur dann umsatzsteuerfrei, wenn es sich um eine klassische Heilbehandlung – also um eine medizinische Maßnahme mit einem therapeutischen Ziel – handelt. Kosmetische oder Wohlfühl-Behandlungen fallen nicht unter die Umsatzsteuerbefreiung. Dass es auch hier Ausnahmen von der gesetzlichen Regel gibt, zeigt ein aktuelles Urteil des Bundesfinanzhofs (A.: V R 60/14). Das oberste deutsche Finanzgericht erklärte in seiner Entscheidung, dass auch das Honorar für Zahnaufhellungen in bestimmten Situationen umsatzsteuerfrei sein kann.

Im zugrunde liegenden Fall hatte eine Zahnarztpraxis bei mehreren Patienten Wurzelkanalbehandlungen vorgenommen – ein ganz alltäglicher Vorgang beim Zahnarzt. Den betroffenen Patienten bot die Praxis ein Bleaching der „toten“ Zähne an. Die Zähne, die durch die Behandlung zu verdunkeln drohten, sollten auf diese Weise aufgehellt werden.

Denn vor allem bei einer Wurzelkanalbehandlung, bei der entzündete Zahnnerven entfernt werden, färben die Zerfallsprodukte den Zahn nach einigen Jahren gräulich. Ähnliches gilt bei unfallbedingten Nachwirkungen. Für das Bleaching fielen pro Patient Kosten von 226 beziehungsweise 286 Euro an – eine Leistung, welche die Praxis ohne Umsatzsteuer in Rechnung stellte.

Damit war das zuständige Finanzamt nicht einverstanden. Die Begründung: Nur weil eine vorherige Heilbehandlung die Ursache für eine optische Beeinträchtigung des Zahns sei, könne Bleaching noch lange nicht ebenfalls als Heilbehandlung eingestuft werden.

Steuerbefreiung für Heilbehandlungen
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