BMF regelt Einzelheiten
An den Chef vermietetes Arbeitszimmer voll abziehbar

Das BMF hat jetzt einem Steuersparmodell mit einem wie ein Arbeitszimmer benutzten, vom Arbeitgeber angemieteten Raum Konturen verliehen: Es regelte, unter welchen Voraussetzungen ein Arbeitnehmer wie ein Vermieter seines eigenen Büros zu behandeln ist, so dass sämtliche Aufwendungen für den Raum unbeschränkt abziehbar werden, und setzte damit ein aktuelles Urteil des Bundesfinanzhofs um.

li DÜSSELDORF. Dabei verordnete das BMF den Finanzämtern "einen strengen Maßstab" für die Anwendung der Urteilsgrundsätze, weil damit die Einschränkungen der Arbeitszimmerregelung des Einkommensteuergesetzes umgangen werden können. Dies dürfte noch interessanter werden, wenn - wie von der großen Koalition angekündigt - ab 2007 die Absetzbarkeit des Arbeitszimmers abgeschafft wird.

Angenommen, ein Arbeitnehmer "vermietet" dem Arbeitgeber einen Büroraum im eigenen Haus, dann wird dieser Mietvertrag nur dann anerkannt, wenn die Nutzung des Büros in erster Linie den Interessen des Arbeitgebers dient.

Dies sei nach dem BMF z.B. der Fall, wenn im Unternehmen für den Arbeitnehmer keine geeigneten Arbeitszimmer vorhanden und Versuche, bei fremden Dritten einen Büroraum zu mieten, erfolglos geblieben sind.

Gute Karten hat der Arbeitnehmer aber auch, wenn der Arbeitgeber außerdem schon für weitere Arbeitnehmer bei Dritten Arbeitsräume angemietet hat.

Ferner hält das BMF eine ausdrückliche, schriftliche Vereinbarung über die Bedingungen der Nutzung des angemieteten Raumes für nützlich. Allerdings müsse auch in diesen Fällen das vorrangige Arbeitgeberinteresse nachgewiesen werden.

Dafür reicht es nicht, wenn der Arbeitgeber die Nutzung des Arbeitszimmers lediglich gestattet oder nur duldet. Vielmehr müssen schon weitere Gesichtspunkte für die Anmietung des Raumes sprechen, damit eine "Vermietung" durch den Arbeitnehmer anerkannt wird. Anderenfalls wird die "Miete" als Arbeitslohn behandelt.

Im BFH-Urteil kam hinzu, dass der Arbeitgeber seine Räumlichkeiten für den Arbeitnehmer aufgeben wollte.

Aktenzeichen:
IV C 3 - S 2253 - 112/05
BFH: VI R 25/02

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