Brutto-Netto-Rechner
Ab Januar gibt es mehr Nettolohn

Ein höherer Grundfreibetrag und Änderungen des Steuertarifs sorgen im neuen Jahr für Steuerersparnisse. Doch für viele Deutsche gibt es nur wenig zu lachen: Denn die Sozialabgaben können die Steuerersparnis auffressen.
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FrankfurtMehr Netto – und das ganz ohne zähe Gehaltsverhandlungen? Der Fiskus macht es möglich. Dank neuer Grundfreibeträge und einem veränderten Steuertarif können sich alle Arbeitnehmer 2016 auf ein Gehaltsplus freuen. Reich werden sie dadurch zwar nicht, aber rund 100 Euro können pro Jahr immerhin zusammenkommen.

So bekommt ein Alleinstehender, der keine Kinder hat und jährlich 42.000 Euro brutto verdient, im neuen Jahr 83 Euro mehr Gehalt, hat der Bund der Steuerzahler (BdSt) errechnet. Bei einem Jahresbrutto von 60.000 Euro liegt das Zusatzgehalt bei 94 Euro. Ursache dafür ist die Anhebung des Grundfreibetrags von 8.472 auf 8.652 Euro. Außerdem wurden die Eckwerte des Einkommensteuertarifs an die Preissteigerungsrate angepasst. „Dadurch wird dem Effekt der kalten Progression entgegengewirkt“, erklärt Isabel Klocke vom BdSt. Dieser wird auch als heimliche Steuererhöhung bezeichnet, da sich ohne Tarifanpassung bei steigenden Löhnen die Lohnsteuer überproportional erhöhen würde.

Zuletzt wurden die Steuersätze im Jahr 2010 grundlegend an die gestiegenen Preise angepasst. Der Spitzensteuersatz von 42 Prozent wird 2016 erst ab einem zu versteuernden Einkommen von 53.666 statt bisher 52.882 Euro fällig. Auch der Zuschlag von drei Prozentpunkten für Reiche muss erst ab einem Jahreseinkommen von 254.447 Euro gezahlt werden. Bislang galt der Steuersatz von 45 Prozent bereits ab 250.731 Euro. Nach Angaben der Bundesregierung sollen die Bürger durch die Änderungen jährlich mehr als fünf Milliarden Euro an Steuern sparen.

Familien profitieren 2016 auf einem weiteren Weg: Das Kindergeld steigt um zwei Euro pro Monat und der Kinderfreibetrag erhöht sich um 48 Euro pro Kind und Elternteil. Laut BdSt bekommt ein Ehepaar mit zwei Kindern, bei dem ein Partner Alleinverdiener ist, bei einem Bruttojahresgehalt von 48.000 Euro im kommenden Jahr insgesamt 128 Euro mehr Netto.

Das Bundesfinanzministerium weist darauf hin, dass Eltern, die den Lebensunterhalt ihres Kindes nicht finanzieren können, Anspruch auf einen Kinderzuschlag haben: Ab Juli 2016 sind das monatlich 160 statt 140 Euro. Voraussetzung dafür ist ein grundsätzlicher Anspruch auf Kindergeld; außerdem muss das Kind zu Hause wohnen.

Einige Neuerungen wirken sich also positiv auf Arbeitnehmer aus. Bei Besserverdienern, die gesetzlich renten- und krankenversichert sind, wird die Steuerersparnis durch die steigenden Beitragsbemessungsgrenzen für die Sozialversicherung teils aber wieder aufgefressen.

Bisher mussten die Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung nur bis zu einem Jahreseinkommen von 72.600 Euro in West- und von 62.400 Euro in Ostdeutschland gezahlt werden. Ab 2016 sind erst Einkommen oberhalb von 74.400 Euro beziehungsweise 64.800 Euro beitragsfrei.

Wie hoch Ihr Nettogehalt 2016 im Vergleich zu 2015 ausfällt, können Sie hier mit dem Brutto-Netto-Rechner herausfinden.

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  • Wenn es nicht mehr Netto geben wurde, gäbe es schlussendlich weniger bedingt durch steigende Belastungen.

    Lieber ein halbvolles Glas Wasser, als halb leer. Typisch deutsche Denke im das Negative zuerst zu sehen!

  • Herr Becker,
    Dann hoeren Sie doch einfach vorher auf zu arbeiten, wenn Sie wissen, das mit 70 Ihre Lichter ausgehen. Lieber mit weniger in der Tasche noch ein paar Jahre das Leben genießen, als mit vollen Taschen unter der Erde liegen. Mitnehmen können Sie davon nix!


    Ihr Deutschen muesst mal langsam eure Einstellung zum Leben aendern und diese ach so vielen paranoid veranlagten Ängste ablegen.

  • Herr Stein,

    Was hält Sie denn noch in Deutschland. Ziehen Sie doch in die sonnenverwoehnten Regionen Europas, in denen es angeblich so schoen ist. Sie werden dies nicht tun, weil Sie weisen, dass Sie in Deutschland staatlicherseits hervorragend abgesichert sind.

    Bevor Sie zum Widerspruch ansetzen - n welches Land dachten Sie denn als Sie Ihren Kommentar verfasst haben?

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