Bundesfinanzhof fällt Grundsatzurteile
Aktienoptionen: Fiskus verdient mit

Wenn Topmanager an ihren Aktienoptionen verdienen, hält der Fiskus die Hand auf - egal, wie die Optionen vergeben werden. Das hat der Bundesfinanzhof (BFH) in zwei Urteilen klargestellt.

Im ersten Fall erhielt der Vorstandschef einer Aktiengesellschaft 1989 Wandelschuldverschreibungen im Wert von 20 000 Mark (rund 10 200 Euro), für die ihm sein Unternehmen zunächst Zinsen zahlte. 1991 durfte er die Papiere zu einem festgelegten Preis in Aktien des Unternehmens tauschen. Unmittelbar danach verkaufte er die Aktien mit einem Gewinn von 950 000 Mark. Wermutstropfen: Das Finanzamt verlangte seinen Anteil. Der verbilligte Bezug von Aktien sei ein "geldwerter Vorteil" und somit steuerpflichtig, so die Beamten.

Nein, hielt der Manager dagegen. Der Vorteil sei ihm bereits 1989 in Form der Wandelschuldverschreibungen zugeflossen. Damit müsse er allenfalls deren Erhalt versteuern. Der BFH sah das anders und verurteilte den Mann, auf den Aktiengewinn Steuern zu zahlen: Sie würden erst fällig, wenn der Begünstigte über die Aktien verfügen könne (VI R 124/99). Der Manager hätte somit auch zahlen müssen, wenn er nicht verkauft hätte.

Auch in einem weiteren Fall verurteilte der BFH einen Manager, seinen Aktiengewinn zu versteuern (VI R 10/03). Der Mann hatte seinem Arbeitgeber ein Darlehen gewährt und später statt Rückzahlung Aktien zum Vorzugspreis erhalten. Hier stellten die Richter klar: Hätte er das Umtauschrecht nicht ausgeübt, sondern verkauft, wäre sein Gewinn - die Differenz zwischen Verkaufserlös und Darlehenssumme - ebenfalls steuerpflichtig gewesen.

Quelle: Wirtschaftswoche Nr. 34 vom 18.08.2005 Seite 086

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