Bundesfinanzhof
Steuer auf Dienstwagen bleibt teuer

Für die Berechnung des geldwerten Vorteils eines Dienstwagens muss weiterhin der Listen-Neupreis genutzt werden. Bei einem günstigen Gebrauchtwagen zahlen Arbeitnehmer deshalb ebenso hohe Steuern wie für einen Neuwagen.
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DüsseldorfEtwa 2,4 Millionen Steuerzahler haben vergeblich gehofft. Sie können vorerst nicht mit einer günstigeren Besteuerung ihres Dienstwagens rechnen. Denn der Bundesfinanzhof (BFH) hält die aktuelle Berechnung der Steuerschuld per 1-Prozent-Methode nicht für verfassungswidrig (Az.: VI R 51/11). Auch bei einem gebraucht gekauften Fahrzeug muss weiterhin der Bruttolistenneupreis angesetzt werden.

Wer seinen Dienstwagen auch privat nutzen darf, erhält dadurch nicht nur ein Statussymbol, sondern auch einen geldwerten Vorteil. Und der muss versteuert werden. Soweit sind sich Steuerzahler und Finanzverwaltung sogar noch einig, doch die Tücken stecken im Detail.

Bei der 1-Prozent-Regel wird dem Arbeitnehmer jeden Monat ein Prozent des Fahrzeugpreises als geldwerter Vorteil berechnet. Die Frage ist nur: Welcher Preis wird als Basis für die Berechnung verwendet? Bislang nutzen die Finanzämter den Bruttolistenneupreis. Ein Beispiel: Wenn das Auto laut Liste 30.000 Euro kostet, werden monatlich 300 Euro als zusätzliche Einnahmen gesetzt, pro Jahr also 3.600 Euro. Bei einem persönlichen Steuersatz von 40 Prozent würden dadurch jährlich etwa 1.440 Euro Steuern fällig.

Ob der Arbeitgeber tatsächlich diesen Preis für den Wagen bezahlt hat, spielt bei der Berechnung keine Rolle. Auch wenn er beispielsweise einen Rabatt bekommen hat oder der Wagen nicht mehr neu und deshalb günstiger war, wird beim Arbeitnehmer der Bruttolistenneupreis für die Berechnung angesetzt.

Das soll auch so bleiben, sagt der Bundesfinanzhof. Die 1-Prozent-Regelung lasse „individuelle Besonderheiten in Bezug auf die Art und die Nutzung des Dienstwagens grundsätzlich unberücksichtigt“, so der BFH. Den Einwand des Klägers, dass heutzutage auch Neufahrzeuge praktisch kaum noch zum ausgewiesenen Bruttolistenneupreis verkauft würden, ließ das Gericht nicht gelten.

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  • Schade,
    wieder einmal hat das höchste deutsche Finanzgericht, der BFH eine Chance vertan für eine gerechtere Besteuerung zu sorgen oder anders ausgedrückt: Er hat wieder einmal gezeigt, dass er nichts weiter als der verlängerte Arm der Finanzverwaltung ist. Ziel ist und bleibt die Generierung von Steuer-(mehr)einnahmen. Leider kommen die obersten deutschen Gerichte im Rahmen der Eingriffsverwaltung zu der auch die Steuern zählen einer ihrer Kernaufgaben, dem Schutz der Bürger vor dem Staat in den letzten Jahren kaum noch nach.
    Das Fahrtenbuch ist in der Praxis leider keine Alternative, da die Anforderungen viel zu hoch sind und im täglichen (Finanzamts-) Test fast immer verworfen werden können. Leider ist der Neidfaktor auf die wirklich privilegierten Firmenwageninhaber, die ihr Kfz nahezu ausschließlich privat nutzen in Deutschland viel zu groß und der Neid auf diese Gruppe dominiert die öffentliche Diskussion. Hat aber mal irgendjemand an die anderen Inhaber von Firmenwagen wie kleine Handwerksbetriebe , Selbständige oder Vertriebsmitarbeiter gedacht, die meiner Erfahrung (15 Jahre Steuerberater) nach viel zu hohe Werte versteuern müssen?

  • Lieber Otto-Normalverbraucher, Sie haben leider nicht kapiert worum es geht. Die 1%-Regelung ist in Wahrheit
    eine 12% Regelung. Für einen 10 Jahre alten Gebrauchtwagen, Neuwert 50.000 Euro,Kaufpreis 5000 €,
    muss ein Selbstständiger 6000 Eurp p. a. versteuern.
    Wenn er diesen privat kauft und die km-Pauschale absetzen will, aktiviert das Finanzamt das Kfz, bei einer Stuerprüfung nachträglich, weil es für das Finanzamt preiswerter ist. Es wird nicht unterschieden,
    ob eine Angestellter oder ein Selbständiger ein Fahrzeug
    nutzt. Der Selbständige muss hierfür (versteuertes) Eigenkapital einsetzen der angestellte nicht.

  • HALT! STOP!

    Schlage die Bildung einer EU-Kommission vor -
    zur europaweiten Harmonisierung.

    Zwischen Vorteilnahme und Benachteiligung und blödsinnigen
    Urteilen höchster deutscher Gerichte steht immer noch der gesunde Menschenverstand.
    Und das Firmenaufwendungen für Kfz. nicht im Verkaufspreis der Güter und Waren aufgeschlagen werden glaubt hier doch wohl auch keiner, oder?
    Mit Steuergerechtigkeit hat dies alles auch absolut nichts zu tun, da ja "2,4 Mio. Steuerzahler" eben nicht alle Steuerzahler sind.
    Also bedeutet Steuergerechtigkeit, alle Steuerpflichtigen dadurch gleich zu behandeln, daß windige verlogene und unrealístische Fantasiekonstrukte aus dem Steuerrecht verschwinden.

    DEUTSCHES STEUERRECHT IN GRIECHENLAND
    ODER ZYPERN IST KEINE LÄUTERUNG!

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