Bundesfinanzhof
Wer auswandert, zahlt Wegzugsteuer

Der Bundesfinanzhof hat in einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil die Regelung bekräftigt, nach der beim Auswandern aus Deutschland Steuern auf noch nicht realisierte Aktiengewinne anfallen.
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ap MÜNCHEN. Die Wegzugsteuer fällt an, wenn Personen, die davor mindestens zehn Jahre in Deutschland gelebt haben, auswandern. Der Fiskus erhebt dann eine Steuer auf bis zum Wegzug entstandenen Wertsteigerungen bei Anteilen an Kapitalgesellschaften der Auswanderer - beispielsweise Aktien. Allerdings wird die Steuer solange zinslos gestundet, bis die Anteile verkauft werden, falls der Eigentümer ins EU-Ausland zieht.

Ungewöhnlich an der Wegzugsteuer ist, dass sie auf noch nicht realisierte Gewinne anfällt. Theoretisch kann diese Regelung dazu führen, dass diese Gewinne doppelt besteuert werden, wenn die Beteiligungen später verkauft werden, wie der BFH erklärte.

Im konkreten Fall hatte ein Ehepaar geklagt, das Aktien mehrerer Gesellschaften hielt und zunächst nach Belgien, dann in die Schweiz zog. Die Richter entschieden gegen sie.

(Aktenzeichen: Bundesfinanzhof I R 88, 89/07)

Kommentare zu " Bundesfinanzhof: Wer auswandert, zahlt Wegzugsteuer"

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  • Ick wunder mir über jarnischt mehr.

  • Na ja... Willkommen in der bRDDR

  • Kein Wunder, dass die Menschen aus Deutschland auswandern. Das ist ja "highway robbery" mit der besteuerung von noch nicht bekannten Dividenden. bin froh , zu meiner Zeit der Auswanderung gab es noch nicht diesen Diebstahl.Das ist erst der Anfang wartet nur die daheim blieben!

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