Bundesverfassungsgericht
Gebühr für Austritt aus der Kirche ist rechtens

Eine staatliche Gebühr für den Austritt aus der Kirche verstößt nicht gegen die Religionsfreiheit. Das hat das Bundesverfassungsgericht in einem am Freitag veröffentlichten Beschluss entschieden. Eine Gebühr von 30 Euro, die das Land Nordrhein-Westfalen seit zwei Jahren für den beim Amtsgericht zu erklärenden Kirchenaustritt erhebt, ist danach mit dem Grundgesetz vereinbar.

dpa KARLSRUHE. Daher nahm das Karlsruher Gericht die Verfassungsbeschwerde eines Katholiken nicht zur Entscheidung an. Die Gebühr sei in dieser Höhe zumutbar, weil damit lediglich die Verwaltungskosten abgedeckt würden. (Az: 1 BvR 3006/07 - Beschluss vom 2. Juli 2008)

Der 1979 geborene Mann hatte geltend gemacht, zur Religionsfreiheit gehöre das Recht, "frei von staatlichem Zwang" und und deshalb ohne Kosten aus einer Religionsgemeinschaft austreten zu dürfen. Zudem sei nicht einzusehen, warum der Eintritt in die Kirche gebührenfrei sei, der Austritt dagegen kostenpflichtig.

Nach der Entscheidung einer Kammer des Ersten Senats ist die Gebühr dagegen angemessen, weil der Staat beim Austritt die geordnete Verwaltung der Kirchensteuer sicherstellen muss. Dazu müssten die Austrittserklärung und ihr Zeitpunkt zuverlässig erfasst werden - wofür die Beamten nach Angaben des Landes mindestens 15 Minuten pro Austritt benötigen.

Die Gebühr sei den Betroffenen auch zumutbar, zumal es für Jugendliche und sozial Schwache die Möglichkeit einer Befreiung gebe. Die Verfassung wäre nur dann verletzt, wenn der Austritt besonders teuer und einem Kirchenmitglied deshalb die Aufgabe der Religionszugehörigkeit erschwert wäre, befand das Gericht.

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