Caymans, Bermuda, Bahamas: Steuerparadiese „fallen wie Dominosteine“

Caymans, Bermuda, Bahamas
Steuerparadiese „fallen wie Dominosteine“

Die Tage der Cayman Islands als Steuerparadies sind gezählt. Bald können vermögende US-Bürger ihr Geld dort nicht mehr vor den amerikanischen Behörden verstecken. Auch andere Steuerparadiese sollen bald fallen.
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Im Kampf gegen Steuerflüchtlinge haben die USA haben mit dem Steuerparadies Cayman Islands eine zwischenstaatliche Vereinbarung getroffen. Zwischen den Vereinigten Staaten und der Inselgruppe gilt nun der Foreign Account Tax Compliance Act, auch Fatca genannt. Das Gesetz aus dem Jahr 2010 erschwert es, Gelder im Ausland zu verstecken. Grund ist, das ausländische Banken ihre Konten der US-Steuerbehörde Internal Revenue Service (IRS) offenlegen müssen. Andernfalls droht eine Quellensteuer von bis zu 30 Prozent.

Die Cayman Islands sind ein wichtiges Finanzzentrum und Sitz dutzender Banken, Fonds und Vermögensverwaltungsgesellschaften. Zu den Großbanken die dort aktiv sind zählt neben der  Bank of America oder der UBS auch die Deutsche Bank.

„Die Caymans galten traditionell als so verschwiegen wie die Schweiz mit ihrem Bankgeheimnis“, sagt Dennis Brager, Leiter der Brager Tax Law Group und früher IRS-Mitarbeiter. Jetzt würden die Informationen weitergeleitet werden. Mit der Schweiz haben die USA bereits im Februar ein zwischenstaatliches Abkommen geschlossen, um Fatca anwenden zu können.

Die Konten der US-Steuerbürger werden vom Staat zunehmend ins Visier genommen. Auch andere karibische Rechtsgebiete mit einer bedeutenden Finanzbranche, darunter Bermuda und die Bahamas, zählen zu dutzenden von Ländern, mit denen Gespräche über gleichartige Abkommen geführt werden. „Sie fallen wie die Dominosteine“, sagt Brager. In den zwischenstaatlichen Abkommen wird vereinbart, dass die Banken ihre Informationen mit ihren Heimatbehörden teilen und diese die Daten an die IRS weiterleiten.

„Schritt für Schritt wird erkennbar, wie dies zu einem globalen Standard wird“, sagt Manal Corwin, Leiterin Internationale Unternehmenssteuern bei KPMG.

Kommentare zu "Steuerparadiese „fallen wie Dominosteine“ "

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  • Die meisten Reichen, die sich gegen die ausufernde Gier einer doppelten und dreifachen Besteuerung ihrer Regierungen wehren wollen, haben nicht die Zeit oder das Verstaendnis, sich in die Materie einzuarbeiten - siehe Hoeness. Ich habe noch von keinem Steuerberater gelesen, der in die Faenge des Fiskus geraten ist. Mir kann niemand erzaehlen, dass ale Steuerberater Saubermaenner im Sinne des Fiskus sind. Also gibt es immer Moeglichkeiten, sich gegen die Desperados in den Finanzministerien der Krisenstaaten zu wehren.

  • und Bottrop ;-)

    http://www.youtube.com/watch?v=ua08o3ML9j0

  • Fehlen da nicht noch: Luxemburg, Delaware, die Isle of Man, die Kanalinseln, Gibraltar, British Virgin Islands, Malta ...

  • Wenn man mit einem Raumschiff hoch aufsteigen würde, so dass Details die nicht wirklich von Bedeutung sind verschwimmen, dann würde man erkennen, dass die Lage heute ähnlich wie vor WK2 ist.
    Auch die Fascho-Staaten von heute versuchen mit allen Mitteln ihre Bürger zu durchleuchten und auszurauben.
    Bald wird der grosse Knall kommen und am Ende wird auch das Blut der Diktatoren fliessen.

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