Das Steuerthema der Woche
Mehr Geld für Berufspendler

Das Bundesverfassungsgericht hatte bekanntlich Ende 2008 die Kürzung der Entfernungspauschale um die ersten 20 Kilometer als Verstoß gegen das Grundgesetz eingestuft. Relativ zügig hatte der Fiskus reagiert, indem Pendler entsprechende Einkommensteuererstattungen für 2007 zurückbekamen und über die Steuererklärung 2008 gleich weniger zahlen mussten.

Über das Gesetz zur Fortführung der Gesetzeslage 2006 wurden bei der Entfernungspauschale die Neuregelungen in einzelnen Vorschriften definiert. Das beinhaltete nicht nur eine Pendlerpauschale ab dem ersten Kilometer, sondern auch den Abzug der Tickets für den öffentlichen Nahverkehr sowie Unfallkosten.

Das Bundesfinanzministerium hat jetzt den Anwendungserlass zur Neuregelung bei der Entfernungspauschale ab 2007 herausgegeben (Az. IV C 5 - S 2351/09/10002). Der Erlass beinhaltet auf 14 Seiten nicht nur Erläuterungen zu den drei Änderungen Entfernung, Bahnfahrkarte sowie Unfall, sondern gibt einen generellen Einblick in die Sichtweise der Finanzverwaltung zum Umgang mit dem Kilometergeld von 30 Cent.

Einen breiten Raum nimmt dabei die Frage ein, wie die Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte berechnet wird. Dies wird in der Praxis zunehmend relevanter, da Finanzbeamte oftmals Routenplaner zur Prüfung einsetzen und hierdurch überzogene Angaben der Berufspendler auffallen. Bis ins Kleinste geregelt sind beispielsweise die Überfahrt mit einer Fähre, das Abholen des Kollegen im Rahmen einer Fahrgemeinschaft oder die Berechnung bei Angestellten mit mehreren Jobs an verschiedenen Arbeitsstellen.

Alles entscheidend für die Bestimmung der Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte ist die auf volle Kilometer abgerundete kürzeste Straßenverbindung, unabhängig vom genutzten Verkehrsmittel. Daher gilt bei Fahrten mit Zug oder Bahn nicht der Schienenweg, sondern es muss separat die alternative Strecke über die Straße ermittelt werden. Die Verwaltung gewährt jedoch einen Kilometerzuschlag, wenn der Pendler einen offensichtlich verkehrsgünstigeren und regelmäßig genutzten Umweg fährt.

Klassisches Beispiel ist hier die längere Strecke über die Autobahn, durch die das Büro zügiger als bei der kurzen Fahrt durch die Innenstadt erreicht wird. Dies muss dem Finanzbeamten dann glaubhaft gemacht werden. Die einmalige Arbeit lohnt sich allerdings an dieser Stelle. Denn ist die Entfernung einmal anerkannt, muss sie in den Folgejahren meist nicht erneut erläutert werden, sondern geht unbeanstandet in den Steuerbescheid.

Der Autor, RA/FAStR Oliver Holzinger, ist geschäftsführender Redakteur von "Der Betrieb".

Quelle: Pressebild
Oliver Holzinger
Der Betrieb / Chefredakteur
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