Das Steuerthema der Woche
Weniger vorab für den Fiskus

Morgen wird die dritte Vorauszahlung für die Einkommensteuer 2009 fällig. Die sollte geringer als noch für das Vorjahresquartal ausfallen, da einige Minderungsposten in die Berechnung einfließen. Die Vorauszahlungen bemessen sich an der Einkommensteuer, die nach Anrechnung der Steuerabzugsbeträge und der Körperschaftsteuer bei der letzten Veranlagung verbleibt.

Grundlage hierfür ist der letzte Steuerbescheid. Die Abschlusszahlung wird dann auf vier Raten verteilt und ein Viertel wird zum 10. September erhoben. Eine Festsetzung erfolgt aber nur, wenn der Jahresbetrag mindestens 400 Euro beträgt. Diese Schwelle hat sich in diesem Jahr verdoppelt, so dass weniger Bürger und Unternehmen vorab etwas an den Fiskus leisten müssen.

Hinzu kommen zwei weitere gesetzliche Maßnahmen, die Umstellung auf die Abgeltungsteuer und die allgemeine Tarifsenkung. Nunmehr gehen private Kapitalerträge, von einigen Ausnahmen abgesehen, nicht mehr in den Steuerbescheid ein, wodurch Anleger je nach der Höhe von Zinsen und Dividenden aus Sicht des Finanzamts ärmer werden. Im Ergebnis wirkt sich dies entlastend auf die Progression für das übrige Einkommen aus.

Fällt das übrige Einkommen in etwa wie 2008 aus, geht der Vorauszahlungsbescheid von einer geringeren Bemessungsgrundlage aus.

Darüber hinaus wirken der gesunkene Einkommensteuertarif, die angehobenen Kinderfreibeträge sowie der verbesserte Abzug von haushaltsnahen Dienstleistungen. Diese Komponenten zusammen ergeben einen weiteren Entlastungseffekt. Die verminderten Steuersätze berücksichtigt die Verwaltung automatisch, die günstigeren Rechenschritte sind in den Rechenprogrammen eingearbeitet.

Das wirkt sich aber nur aus, wenn die Vorauszahlungen ab März des laufenden Jahres angepasst worden sind. Sofern auf Basis vorheriger Bescheide bezahlt wird, gilt noch der alte Tarif.

Bei einem entsprechenden Antrag auf Herabsetzung können auch gleich die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Gewinne von Unternehmern und Freiberuflern erläutert werden. Sofern das Ergebnis anhand der vorläufigen Buchhaltungsdaten deutlich unter dem Gewinn vom Vorjahr liegt oder sogar ein Verlust erwirtschaftet worden ist, verschaffen die reduzierten Vorauszahlungen Liquiditäts- und Zinsvorteile. Denn Selbstständige müssen dann nicht erst bis zum späteren Einkommensteuerbescheid 2009 warten, um eine Erstattung zu erhalten.

Generell und unabhängig von der aktuellen Lage sollte die quartalsmäßige Überweisung an die Finanzkasse pünktlich erfolgen. Denn pro angefangenem Monat kostet die verspätete Zahlung ein Prozent Säumniszuschlag, ein teurer und unnötiger Kredit vom Fiskus.

Der Autor, RA/FAStR Oliver Holzinger, ist geschäftsführender Redakteur von "Der Betrieb".

Quelle: Pressebild
Oliver Holzinger
Der Betrieb / Chefredakteur
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