Daten über Steuersünder
Auch Briten zahlten an Ex-LTG-Mitarbeiter

Wie in Deutschland haben auch die britischen Finanzbehörden Informationen über Steuersünder gekauft, die in Liechtenstein illegal Geld angelegt haben sollen.

rtr LONDON. "Es hat Zahlungen gegeben", sagte eine Sprecherin der Steuer- und Zollbehörde HMRC am Montag und bestätigte damit entsprechende Presseberichte vom Wochenende. Die Behörde sei zu einem solchen Vorgehen autorisiert, vorausgesetzt die Informationen seien fundiert.

Nach Medienberichten zahlten die Behörden eine Summe von 100 000 Pfund (133 000 Euro) für Informationen über rund 100 reiche Briten, die in Liechtenstein ein Konto unterhalten. Demnach könnten Steuernachzahlungen bis zu 100 Millionen Pfund (133 Millionen Euro) für den Fiskus anfallen. Nach Informationen der "Financial Times" hatten die britischen Behörden vor zwei Jahren Überlegungen verworfen, einem Informanten Geld zu geben. Mit dem Fall in Deutschland hätten die Briten diese Haltung dann geändert.

Der Informant soll laut Medien ein früherer Mitarbeiter der Liechtensteiner Bank LGT sein, die im Besitz der Fürstenfamilie ist. Steuerhinterziehung wird in Großbritannien mit einem Bußgeld und bis zu sieben Jahren Gefängnis geahndet. In Deutschland ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen mehrere hundert Personen wegen des Verdachts auf Steuerbetrug mit Hilfe von Konten in Liechtenstein. Auf deren Spur gekommen waren die Ermittler mit Daten über deutsche Bankkunden in Liechtenstein, die der Bundesnachrichtendienst (BND) von einem Informanten erworben hatte.

Unter dem Eindruck der Ermittlungen in Deutschland rief die niederländische Regierung Steuersünder auf, sich selbst anzuzeigen. Andernfalls drohten heftige Strafen, sagte Finanzstaatssekretär Jan Kees de Jager. Die deutschen Steuerbehörden forderte er zum Informationsaustausch auf, sollten von den Ermittlungen in der Bundesrepublik auch niederländische Staatsbürger betroffen sein.

In Deutschland wird unter anderem gegen Ex-Post-Chef Klaus Zumwinkel ermittelt, der mit Hilfe Liechtensteiner Institute Steuern in Millionenhöhe hinterzogen haben soll. Der Kleinstaat in den Alpen steht neben Andorra und Monaco auf der schwarzen Liste der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) der unkooperativsten Steueroasen.

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