Datenklau
Bei Anruf Abzocke

Dubiose Händler nutzen eine CD mit gestohlenen Bankverbindungen für Betrügereien. Datenschützer schlagen Alarm: Vor allem bei Call-Centern wird oft zu wenig für die Datensicherheit getan.

FRANKFURT. Bankkunden in Deutschland droht ein riesiger Betrug mit geklauten Kontonummern. Wie die Verbraucherzentrale in Schleswig Holstein mitteilte, sei ihr anonym eine CD mit persönlichen Daten von rund 17 000 Verbrauchern zugespielt worden, darunter die genauen Konto- und Adressdaten.

Die Verbraucherschützer bringen den Datenklau mit Betrugsfällen aus den vergangenen Wochen und Monaten in Verbindung. Immer häufiger hatten sich zuletzt aufgebrachte Verbraucher gemeldet, denen illegalerweise Geldbeträge vom Girokonto abgebucht worden war.

Die Spur führt nach München zur Süddeutschen Klassenlotterie (SKL). Von dort sollen die Datensätze mit den Kontonummern stammen - darauf deute zumindest die Datenstruktur der CD hin, sagt Thilo Weichert, Datenschutzbeauftragter Schleswig-Holsteins. Bisher ist unklar, auf welchem Wege die Daten der SKL abhanden gekommen sind. Die Lottogesellschaft erklärt, sie habe "nie Daten von ihren Kunden an Dritte weitergegeben".

Allerdings wird in der Zentrale eingeräumt, dass ein Missbrauch durch ehemalige SKL-Lotterieeinnehmer nicht auszuschließen sei. Offenbar gerieten die Daten in die Hände eines Adresshändlers aus Viersen in Nordrhein-Westfalen. Dieser soll die Daten weiterverkauft haben - unter anderem an ein Call-Center in Schleswig-Holstein wie das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz in Schleswig-Holstein bestätigt. Die Datenschützer waren es auch, die Strafanzeige stellten und die Daten-CD an die Staatsanwaltschaft weitergaben. Aus taktischen Gründen will sich der zuständige Staatsanwalt zunächst nicht zu den Ermittlungen äußern.

Die Masche der Internetbetrüger ist stets ähnlich: Zuerst nehmen die Ganoven telefonisch Kontakt mit ihren Opfern auf, um ihnen irgendeine Dienstleistung oder - besonders beliebt - ein Glücksspiel aufzuschwatzen. Bei Experten werden diese Anrufe auch "Cold Calls" genannt. Wenige Tage später bringt dann der Postbote die Auftragsbestätigung, ganz gleich, ob der Kunde das Angebot angenommen hat oder nicht. Schlussendlich wird dann jeden Monat eine Summe X vom Konto des Opfers eingezogen. Meist sind das weniger als 100 Euro.

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