Steuern
Der Fiskus rüstet weiter auf

2 800 Steuerfahnder sind bundesweit im Einsatz. Allein im Bezirk Nürnberg hat sich ihre Zahl seit 1999 von 32 auf 72 mehr als verdoppelt. Geschätzt 1,8 Milliarden Euro Mehreinnahmen holten die Fahnder 2003 herein. Tendenz für die nächsten Jahre: steigend.

Weit gehend sicher schlummert Geld noch im Ausland. Daran ändert auch die EU-Zinsrichtlinie nichts. Sie sieht von 2005 an einen Datenaustausch zwischen den europäischen Staaten vor. Die gängigen Steueroasen wie die Schweiz, Luxemburg und Österreich haben sich von dem Datenfluss aber freigekauft. Sie wollen keine Namen von Bankkunden an ausländische Finanzämter weitergeben. Dafür ist geplant, dass diese Länder von 2005 an eine Steuer von 15 Prozent auf Zinserträge erheben. Bisher waren diese meist steuerfrei. Der Steuersatz steigt 2008 auf 20 Prozent und 2011 auf 35 Prozent. Aber auch diese Abgaben sollen die verwöhnten Oasenkunden nicht belasten. Die Banken arbeiten schon an steuerfreien Ausweichprodukten, die Zinsen vermeiden.

Hundertprozentigen Schutz bieten aber selbst Steueroasen wie Liechtenstein nicht. "Die perfekte Hinterziehung gibt es nicht", sagt ein Fahnder. Das merkten die Klienten des Liechtensteiner Treuhänders Herbert Batliner.

Eine CD mit Daten über ihre steuersparenden Stiftungen liegt bei der Bochumer Staatsanwaltschaft. Hunderte deutsche Steuersünder haben jetzt Steuerfahnder auf den Fersen. Über 60 Batliner-Kunden wurden Geld- oder Haftstrafen verhängt. Nur wenige können sich noch in die Amnestie retten. Für die meisten ist der Traum vom sicheren Steuernsparen ausgeträumt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%