Die Umstellung auf IFRS führt oft zu erheblichen Unterschieden im Ergebnis
Viele kleine Firmen bilanzieren noch nach HGB

Für den Finanzvorstand der Software AG, Arnd Zinnhardt, dürfte es ein ausgesprochen guter Tag gewesen sein. Bei der Vorlage der Geschäftszahlen für das erste Quartal 2004 konnte er mit einer Steigerung des operativen Ergebnisses (Ebit) von knapp 90 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal aufwarten. Geholfen hat dabei allerdings nicht allein ein gut laufendes Kerngeschäft, sondern auch die Umstellung der Rechnungslegung von HGB auf die neuen internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS (International Financial Reporting Standards).

DÜSSELDORF.Derlei Überraschungen gibt es bei börsennotierten Firmen in jüngster Zeit häufiger. Bis zum 1. Januar 2005 müssen sie ihre Rechnungslegung auf die neuen Standards umgestellt haben. Dabei kann es zu gewaltigen Differenzen kommen. Transparenter sollen die neuen Standards die wirtschaftliche Lage für Aktionäre machen. Doch erst einmal herrscht großes Durcheinander.

Vor allem kleinere, im M-Dax, S-Dax oder Tec-Dax notierte Werte haben die Umstellung noch vor sich. S-Dax-Gesellschaften wie Beate Uhse, Industrie Holding, Klöckner-Werke und Sixt planen einen Wechsel erst für das Geschäftsjahr 2005. AVA und Drägerwerke aus dem Tec-Dax wollen bereits im laufenden Jahr auf IFRS umstellen. Aber auch hier gibt es unterschiedliche Verhaltensweisen. So publiziert die AVA ihre 2004er Zwischenabschlüsse nach wie vor nach HGB. Erst der gesamte Abschluss wird auf IFRS-Basis veröffentlicht. Im Dax bilanzieren nur noch die Deutsche Telekom und BASF nach HGB. Allerdings veröffentlichen diese Konzerne ihre Ergebnisse parallel auch nach IFRS oder dem amerikanischen US-Gaap.

"Die neuen Regeln bringen deutliche weniger Wahlrechte und stellen ergebniswirksame Vorgänge zeitnäher da", sagt der Vorsitzende des Deutschen Rechnungslegungskomitees, Klaus Pohle. Die alten HGB-Vorschriften galten als einseitig gläubigerorientiert und undurchsichtig. Das so genannte Vorsichtsprinzip führte dazu, dass Unternehmen in guten Zeiten durch Unterbewertung ihrer Vermögensgegenstände stille Reserven schufen und sie in schlechteren Zeiten wieder auflösten. Die IFRS-Normen orientieren sich dagegen mehr am Interesse der Aktionäre. Gewinne dürfen nicht mehr versteckt werden, sie müssen in den Büchern erscheinen, sobald sie anfallen.

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