Dienstleistungen
Steuern sparen beim Schneeschippen

Eine haushaltsnahe Dienstleistung muss nicht innerhalb des Hauses erbracht werden. Wer einen Winterräumdienst engagiert, kann damit Steuern sparen. Das Finanzgericht hat eine großzügige Entscheidung getroffen.
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DüsseldorfMit der Steuerbegünstigung für haushaltsnahe Dienstleistungen hat der Gesetzgeber Steuerpflichtigen die Möglichkeit eröffnet, den Fiskus an Arbeiten im und um den Haushalt zu beteiligen: 20 Prozent der Lohnkosten von Dienstleistern können von der Steuer abgezogen werden. Der Höchstbetrag des Abzugs liegt bei 4000 Euro pro Jahr.

Im Streitfall, der die gesetzliche Regelung im Jahr 2008 betraf, hatte ein Ehepaar eine Firma beauftrag, den Schnee auf der öffentlichen Straßenfront entlang ihres Grundstücks zu räumen. Dabei entstanden Kosten von 143 Euro, die das Paar als haushaltsnahe Dienstleistung geltend machte. Das Finanzamt lehnte den Abzug unter Hinweis auf das Anwendungsschreiben des Bundesfinanzministeriums zu Paragraph 35a Einkommensteuergesetz (EStG) ab. Danach sind Dienstleistungen wie die Straßen- und Gehwegreinigung oder der Winterdienst auf öffentlichem Gelände nicht begünstigt.

Schon in der ersten Instanz vor dem Finanzgericht hatte das Ehepaar mit seiner Klage Erfolg. Denn das Gericht bejahte anders als das Finanzamt den Zusammenhang mit dem Haushalt und gab der Klage statt. Auch der Bundesfinanzhof (BFH) vertrat eine großzügigere Auffassung und wies die Revision des Finanzamts zurück (Az.: VI R 55/12).

Der Begründung zufolge müsse eine haushaltsnahe Dienstleistung eine hinreichende Nähe zur Haushaltsführung aufweisen oder damit im Zusammenhang stehen. Dazu gehören hauswirtschaftliche Arbeiten, die Mitglieder des Haushalts oder Beschäftigte erledigen und die in regelmäßigen Abständen anfallen.

Die Dienstleistung müsse außerdem im räumlichen Bereich des Haushalts geleistet werden. Dazu gehören zunächst die Wohnung und das Grundstück. Der Begriff „im Haushalt“ dürfe aber nicht nur räumlich ausgelegt werden, sondern auch funktional, heißt es in dem Urteil weiter. Denn die Grenzen eines Haushalts werden nicht nur durch die Grenzen des Grundstücks abgesteckt.

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