Doppelte Haushaltsführung
Finanzbeamte werden skeptischer

Wer dieses Jahr in der Steuererklärung Ausgaben für eine Zweitwohnung am Arbeitsort geltend gemacht hat, muss mit kritischen Nachfragen rechnen. Die Finanzämter sollen solche Fälle derzeit offenbar besonders genau prüfen.

So hat die Thüringer Landesfinanzdirektion (LFD) in einem "nur für den Dienstgebrauch" bestimmten Schreiben jetzt aufgezählt, worauf Beamte achten müssen (S 2352 A - 01 - A 2.16). Beigefügt war ein Fragebogen, den sie Doppelhaushältern im Zweifel schicken sollen. Betroffene sollten sich wappnen und die Rechtslage kennen. Aber keine Panik: Erfüllen sie die Voraussetzungen, haben sie gute Chancen. So erinnert die LFD ihre Beamten, dass die Kürzung der Pendlerpauschale nicht für Heimfahrten von Doppelhaushältern gilt. Sie dürfen weiter vom ersten Kilometer an 0,30 Euro absetzen. Auch die Miete für die Zweitwohnung sei absetzbar, wenn sie belegt werde.

Zudem stellt die LFD klar, dass die Befristung der Vorteile auf zwei Jahre abgeschafft ist. Die 2002 für verfassungswidrig erklärte Befristung beschäftigt die Justiz noch heute, wie ein Urteil des Oberlandesgerichts Karlsruhe zeigt (1 U 77/06). Ein Professor forderte Schadensersatz vom Steuerberater, da dieser Ausgaben nur zwei Jahre angegeben hatte. Es sei absehbar gewesen, dass die Regel kippt. Der Berater hätte die Kosten weiter ansetzen und Einspruch gegen die Steuerbescheide einlegen müssen. Nein, sagten die Richter. Der Bundesfinanzhof habe die Befristung 1997 abgesegnet, dem Berater sei nichts vorzuwerfen.

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