Ehegattensplitting
Vorteil nur noch über Steuererklärung

Auf den letzten Drücker haben SPD und Union ihren Koalitionsvertrag erweitert. Demnach sollen Ehepaare, die sich für das so genannte Ehegattensplitting entscheiden, von 2008 an steuerlich anders behandelt werden.

Das Ziel der Neuregelung: Der Partner mit dem geringeren Einkommen soll, da seine Ansprüche auf Arbeitslosengeld und Krankengeld vom letzten Nettolohn abhängen, nicht länger beim Jobverlust benachteiligt sein. Schöner Nebeneffekt für den Fiskus: Es fließt zunächst mehr Geld in die Kasse.

Das will die große Koalition erreichen, indem die Abgabenlast statt nach den bisherigen Steuerklassen künftig anteilig festzusetzen ist. Jeder Partner soll die Lohnsteuer zahlen, die seinem Anteil am gemeinsamen Bruttolohn entspricht. Das heißt: Der gering Verdienende versteuert künftig weniger, der besser Verdienende mehr, er bekommt dann auch nicht mehr sämtliche Freibeträge angerechnet.

Das Ehegattensplitting bleibt zwar erhalten, doch der daraus entstehende Gewinn fällt nicht mehr monatlich bei der Gehaltsabrechnung des besser Verdienenden an, sondern er wird nur noch jährlich vom Fiskus zurückerstattet, wenn das Ehepaar seine Steuererklärung abgibt. Der Fiskus bekommt also erst einmal mehr Geld. Da für die Eheleute auch die Pflichtveranlagung entfällt, kann der Staat die zu viel bezahlten Abgaben behalten, wenn sich das Paar nicht um seine Steuerrückzahlungen bemüht.

Wann das neue System in Kraft tritt, ist noch unklar. Eine Voraussetzung ist ein funktionierendes, vollständig elektronisches Besteuerungsverfahren - das plagt sich noch mit Kinderkrankheiten herum. Für Ehepaare, bei denen nur einer verdient, ändert sich nichts.

Quelle: Wirtschaftswoche Nr. 48 vom 24.11.2005

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