Einzelfälle
Drittaufwand – Aktuelle Rechtslage

Obwohl die bislang verkündeten Finanzgerichtsentscheide überwiegend zum häuslichen Arbeitszimmer ergingen, stellt sich die Frage der steuerlichen Berücksichtigung von Drittaufwand auch bei anderen Sachverhalten. Hier ein kurzer Überblick über die aktuelle Rechtslage:

- Mit der Abzugsfähigkeit von Drittaufwand für ein Arbeitszimmer bei Ehegatten hat sich der Große Senat des Bundesfinanzhofs in der Vergangenheit gleich mehrfach befassen müssen. Dabei ging es vor allem um die Frage, ob ein Ehegatte die Kosten eines Arbeitszimmers steuerlich als Werbungskosten geltend machen kann, wenn dieser Raum allein dem anderen Ehegatten gehört und dessen Anschaffungskosten allein vom anderen Ehegatten beglichen wurden. Dies hat der Große Senat verneint. Werbungskosten kann danach grundsätzlich nur derjenige geltend machen, der die Aufwendungen persönlich getragen hat. Anerkannt werden dagegen Absetzungen auf die anteiligen Anschaffungskosten für ein Arbeitszimmer, wenn der Steuerpflichtige einen größeren Betrag zur Anschaffung der Wohnung oder des Hauses des anderen Ehegatten leistet.

- Nutzt ein Ehegatte ein beiden Ehepartnern gehörendes Bauwerk allein für seine betrieblichen Zwecke, kann er nur die ihm entstandenen Aufwendungen als Betriebsausgaben geltend machen. Es besteht keine Vermutung, dass er die gesamten Aufwendungen selbst getragen habe. Auch Absetzungen für Abnutzung und erhöhte Absetzungen sind auf die eigenen Herstellungskosten beschränkt.

- Der Werbungskostenabzug von Schuldzinsen für ein gesamtschuldnerisches Darlehen von Ehegatten zwecks Finanzierung eines vermieteten Gebäudes wird in vollem Umfang zugelassen, selbst wenn das Gebäude nur einem Ehegatten gehört. Als unerheblich befand der BFH zudem, wer von beiden Ehepartnern die Zinsen zahlt. Ab dem Zeitpunkt einer Umschuldung auf den Nichteigentümer lehnen die Finanzgerichte den Werbungskostenabzug hingegen regelmäßig auch dann ab, wenn der Eigentümer für das neue Darlehen eine selbstschuldnerische Bürgschaft übernimmt und die auf der Immobilie lastenden Grundpfandrechte als Sicherheit einsetzt.

- Mietzahlungen für eine Zweitwohnung bei doppelter Haushaltsführung werden nicht als Werbungskosten anerkannt, wenn eine andere Person als der Steuerpflichtige Mieter der Wohnung ist und die Miete zahlt.

- Zum Sonderausgabenabzug von Versicherungen ist grundsätzlich nur derjenige berechtigt, der die Versicherungsbeiträge schuldet und auch tatsächlich entrichtet. So strich der BFH einem Sohn den Sonderausgabenabzug, weil die strittigen Beiträge für seine Unfall- und Sozialversicherung vom Vater an die Versicherungsgesellschaft überwiesen wurden. Gleiches gilt für Haftpflichtversicherungsbeiträge, wenn ein Fahrzeug wegen der günstigeren Rabatteinstufung auf einen Elternteil zugelassen ist, obwohl der Sohn das Fahrzeug allein nutzt und die Versicherungsprämie von seinem Konto überweist.

Quelle: Creditreform 11/2006

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