Eliteuniversitäten
Studiengebühren können steuerlich abgesetzt werden

Studiengebühren für eine Eliteuniversität können als vorweggenommene Werbungskosten steuerlich geltend gemacht werden. Dies geht aus einem Urteil des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz hervor. Voraussetzung ist, dass diese Kosten in einem konkreten Zusammenhang mit künftigen Einnahmen stehen.

HB NEUSTADT. Mit der am Freitag bekannt gewordenen Entscheidung gaben die Richter in Neustadt/Weinstraße einem ehemaligen Studenten der privaten Wissenschaftlichen Hochschule für Unternehmensführung (WHU) in Vallendar bei Koblenz recht. Laut Urteil kann der Kläger 15 000 Euro Werbungskosten ansetzen. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.

Nach der neueren Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs könnten Aufwendungen für ein Studium als vorab entstandene Werbungskosten bei der erstmaligen Berufsausbildung geltend gemacht werden, wenn diese Kosten in einem konkreten Zusammenhang mit künftigen Einnahmen stehen. Seit 2004 gelte jedoch eine Gesetzesfassung, wonach Aufwendungen für die erstmalige Berufsausbildung grundsätzlich nicht mehr berücksichtigt würden.

Bei der Klage handelte es sich um die Steuererklärung für das Jahr 2002 des damals 21 Jahre alten Klägers. Das Finanzamt hatte seine Ablehnung damit begründet, dass es keinen Zusammenhang zu künftigen besteuerbaren Einnahmen des Klägers gebe. Außerdem sei nicht klar, ob der künftige Diplom-Kaufmann selbstständig oder als Angestellter sein Berufsleben aufnehme.

Diesen Argumenten schloss sich das Finanzgericht nicht an. Das Studium an der renommierten Hochschule sei so konzipiert, dass die Absolventen beste Voraussetzungen für eine gut dotierte Arbeitsstelle hätten. Es war den Richtern zufolge auch zu viel von dem Kläger verlangt, schon zu Beginn des Studiums zu sagen, ob er selbstständig oder angestellt arbeiten möchte. Im Übrigen sei der Mann seit 2005 nach einem erfolgreichen Studienabschluss als Unternehmensberater angestellt.

Az.: 5K 2443/04

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