„Elster Lohn II“
Weniger Arbeit dank digitaler Lohnbesteuerung

Die Elektrifizierung der Lohnbesteuerung hat auch vor den Behörden nicht haltgemacht. Nach der Einführung der elektronischen Übermittlung der Lohnsteuer-Bescheinigung soll nun auch die Papplohnsteuerkarte digitalisiert werden - und vor allem dem Arbeitgeber die Lohnbesteuerung erherblich vereinfachen. Was danach zu beachten ist.
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BONN. Die Elektrifizierung der Lohnbesteuerung hat auch vor den Behörden nicht haltgemacht. Nachdem die elektronische Übermittlung der Lohnsteuer-Bescheinigungen (Rückseite der Lohnsteuerkarte) durch den Arbeitgeber bereits seit 2004 erfolgreich praktiziert wird, folgt unter dem Projekttitel "ELSTER LOHN II" nun die weitaus ambitioniertere Ausmusterung der Papplohnsteuerkarte. Denn ab dem Jahr 2012 sind nicht mehr die Gemeinden, sondern allein die Finanzämter für Eintragungen und Änderungen aller bislang auf der Vorderseite der Lohnsteuerkarte vermerkten Lohnsteuerabzugsmerkmale wie Steuerklasse, dauerndes Getrenntleben, Kinder oder Religionszugehörigkeit zuständig.

Zu diesem Zweck betreibt die Finanzverwaltung derzeit den Aufbau einer zentralen Datenbank, in der diese für den Lohnabzug entscheidenden Besteuerungsgrundlagen künftig vorgehalten, aktualisiert und vom Arbeitgeber jederzeit abgerufen werden können. Für sämtliche melderechtlichen Änderungen (beispielsweise Geburt eines Kindes, Adoption, Kirchenaus- oder Kircheneintritt, Heirat oder Tod) bleiben dagegen weiterhin die Bürgerämter der Stadt- oder Gemeindeverwaltungen zuständig.

Eben dieser Online-Zugriff auf die beim Bonner Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) gespeicherten elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM) dürfte die Lohnbesteuerung für den Arbeitgeber erheblich vereinfachen, da vom Arbeitnehmer keine Lohnsteuerkarte mehr angefordert werden braucht. Die Lohnsteuerabzugsmerkmale erhält der Arbeitgeber künftig direkt von der Finanzverwaltung. Zudem wird eine automatisierte Übernahme der Besteuerungsmerkmale in das Lohnkonto durch die eingesetzte Lohnabrechnungs-Software möglich sein.

Von der Umstellung profitieren freilich auch die Behörden: Während bei den Kommunen erhebliche Kosteneinsparungen durch die künftige Beschränkung ihrer Zuständigkeit auf das Meldewesen zum Tragen kommen, erhofft sich die Finanzverwaltung neben dem dringend notwendigen Bürokratieabbau auch eine wirksame Bekämpfung des derzeit noch lukrativen Handels mit Lohnsteuerkarten.

Da Lohnsteuerkarten von den Gemeinden letztmalig für 2010 versandt wurden, das elektronische Abrufverfahren jedoch erst am 1. Januar 2012 seinen Echtbetrieb aufnimmt, sind in der Zwischenzeit einige Besonderheiten zu beachten.

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