Empfänger von Bauleistungen
Leistungsempfänger schulden dem Fiskus die Umsatzsteuer

Unternehmerisch tätige Leistungsempfänger von Werklieferungen im Bau schulden dem Fiskus die Umsatzsteuer. Das gilt auch bei inländischen Lieferanten. Entsprechende Umsätze müssen angemeldet werden.

Schon seit Anfang 2002 schuldeten unternehmerisch tätige Leistungsempfänger von Werklieferungen und sonstigen Leistungen im Ausland ansässiger Bauunternehmer, Montagefirmen, Handwerksbetriebe und Architekten ihrem zuständigen Finanzamt die darauf entfallende Umsatzsteuer. Sogar in den Fällen, in denen die Umsätze ausschließlich für den privaten Bereich des ansonsten unternehmerisch tätigen Leistungsempfängers erbracht werden.

Ab dem 1. April 2004 wurde die Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers nach § 13b Umsatzsteuergesetz (UStG) durch das Haushaltsbegleitgesetz 2004 vom 20. Dezember 2003 noch einmal deutlich erweitert. Seit diesem Zeitpunkt umfasst die Steuerschuldnerschaft auch die Umsatzsteuer auf Werklieferungen und sonstiger Leistungen inländischer Unternehmer, die der Herstellung, Instandsetzung, Instandhaltung, Änderung oder Beseitigung von Bauwerken dienen - sofern vom Leistungsempfänger selbst nachhaltig Bauleistungen erbracht werden. Davon geht die Finanzverwaltung immer dann aus, wenn die Bauleistungen des Leistungsempfängers im vorangegangenen Kalenderjahr mehr als zehn Prozent seiner steuerbaren Umsätze betragen haben oder er dem leistenden Unternehmer eine gültige Freistellungsbescheinigung nach § 48b des Einkommensteuergesetzes (EStG) vorlegt.

Umsätze anmelden

Entsprechende Umsätze muss der leistende Unternehmer erstmalig in seinen Umsatzsteuer-Voranmeldungen für Voranmeldungszeiträume ab dem Kalenderjahr 2005 anmelden (Umsatzsteuer-Voranmeldung 2005: Zeile 41, Kennzahl 60), für das Kalenderjahr 2004 reichen Angaben in der Umsatzsteuererklärung aus (Umsatzsteuererklärung 2004: Anlage UR, Zeile 53, Kennzahl 209). Auch wenn vom leistenden Unternehmer noch keine Rechnung erteilt wurde, ist der betroffene Leistungsempfänger zur Angabe in seiner Umsatzsteuer-Voranmeldung verpflichtet: Das aktuelle BMF-Schreiben vom 2. Dezember 2004 - IV A 6 - S 7279 - 100/04 - verlangt von ihm, die Bemessungsgrundlage ggf. zu schätzen.

Darüber hinaus stellt die Verwaltungsvorschrift klar, dass unter anderem die folgenden Leistungen keine Bauleistungen darstellen:

- Anlegen von Gärten und Wegen, Anschütten von Hügeln und Böschungen sowie Ausheben von Gräben und Mulden zur Landschaftsgestaltung,

- Arbeitnehmerüberlassungen,

- Lieferung von EDV- und Telefonendgeräten sowie

- Aufhängen und Anschließen von Beleuchtungen sowie das Anschließen von Elektrogeräten. Als Bauleistung zählt dagegen die Montage und das Anschließen von Beleuchtungssystemen wie beispielsweise in Kaufhäusern oder Fabrikhallen.

Quelle: Creditreform Nr.03 vom 01.03.2005 Seite 036

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