Entscheidung des Bundesfinanzhofes
Steuerrecht: Den Handwerker besser nicht bar bezahlen

Wer eine Handwerkerrechnung bar bezahlt, verliert den Anspruch auf einen Steuerabzug. Nur wenn das Geld für die Rechnung per Bank überwiesen wurde, kann der Auftraggeber einen Teil davon von seiner Einkommenssteuerlast absetzen.

HB MÜNCHEN. Die Steuervergünstigung für Renovierungsarbeiten oder andere "haushaltsnahe Dienstleistungen" setzt zwingend die Überweisung des in Rechnung gestellten Betrages voraus. Das Vorliegen einer (eventuell bar beglichenen) Rechnung allein reicht nicht aus, um einen Teil der Summe von der Einkommensteuer abzusetzen. Das hat der Bundesfinanzhof mit einem aktuellen Urteil entschieden, das auch klarstellt, dass die bisherigen gesetzlichen Vorgaben nicht gegen das Grundgesetz verstoßen.

Der Fall: Ein Ehepaar in Sachsen-Anhalt machte für das Steuerjahr 2006 Modernisierungs- und Renovierungsarbeiten am Hausdach in Höhe von 4 872 Euro geltend. Hierfür legte es eine Rechnung vor. Allerdings habe der Handwerker wegen schlechter Erfahrungen mit der Zahlungsmoral seiner Kunden auf Barzahlung bestanden, hieß es. Eine Überweisung der Summe konnte nicht dokumentiert werden.

Obwohl der Handwerker den Erhalt der Summe bestätigte, versagte das Finanzamt versagte die beanspruchte Steuervergünstigung. Zu Recht, wie der Bundesfinanzhof jetzt entschied. Das Gesetz schreibt eine Überweisung vor, um die Schwarzarbeit zu bekämpfen. Dieser Zweck rechtfertigt die Benachteiligung bei Barzahlung, so der BFH. Die Vorschrift verstoße deshalb auch weder gegen das Gleichheitsgebot noch gegen die im Grundgesetz verbriefte allgemeine Handlungsfreiheit.

Überweisungspflicht auch ohne eigenes Konto

Selbst ohne eigenes Bankkonto, so der BFH in seiner Begründung, könne der Steuerpflichtige die formellen Voraussetzungen des § 35a EStG erfüllen, indem er den Rechnungsbetrag bei einem Kreditinstitut einzahle und dann auf das Konto des Leistungserbringers überweise.

Zum Hintergrund: Das Einkommensteuergesetz (§ 35 a) gewährt gewisse Steuernachlässe, wenn der Steuerzahler "haushaltsnahe Dienstleistungen" (etwa eine Putzkraft, Malerarbeiten oder Pflege) in Anspruch genommen hat. 20 Prozent der Kosten von Handwerkerleistungen für Renovierung, Erhaltung und Modernisierung können mit der Einkommensteuerlast verrechnet werden. Bisher war dies auf maximal 600 Euro pro Jahr beschränkt, seit 2009 sind es 1 200 Euro.

(Aktenzeichen VI R 14/08 und VI R 22/08)

Zwei Steuertipps dazu: Wenn Ihr Handwerker auch das Material liefert, bitten Sie ihn, die Rechnung entsprechend aufzuteilen und die Lohnkosten getrennt auszuweisen. Denn begünstigt sind nur die reinen Lohn-, nicht aber die Materialkosten.

Wichtig für z.B. für Besitzer einer Eigentumswohnung: Auch wer Mieter ist, Heimbewohner oder Mitglied einer Wohnungseigentümergemeinschaft, der darf die Kosten anteilig steuermindernd geltend machen, die für Handwerkerleistungen oder ein haushaltsnahes Beschäfitungsverhältnis in Auftrag gegeben wurden. Voraussetzung ist aber, das der Anteil des Einzelnen, z.B. für die Reinigung des Treppenhauses, exakt aus der jährlichen Nebenkostenabrechnung hervorgeht. Im Zweifelsfall also lieber gleich den Verwalter um eine spezielle Bescheinigung bitten.

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