Erbschaftsteuer
Wann Erben auf Omas Häuschen Steuern zahlen

Wird eine Immobilie vererbt, greifen verschiedene Steuerbegünstigungen. So soll etwa „Oma ihr klein Häuschen“ von der Erbschaftsteuer verschont werden. Wird die Immobilie aber vermietet, gelten andere Regeln.
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München„Oma ihr klein Häuschen“ sollte steuerfrei bleiben – so erklärte vor einigen Jahren der damalige Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) die Erbschaftsteuerreform der letzten Großen Koalition. Im Klartext heißt das für Immobilienerben bis heute, dass unter bestimmten Voraussetzungen keine Erbschaftsteuer anfällt.

Mehrere Bedingungen sind dafür entscheidend: Der Verstorbene muss das Objekt bis zum Tod selbst bewohnt haben. Und auch die Erben, zum Beispiel der Ehe- oder eingetragene Lebenspartner oder die Kinder, müssen nach dem Erbfall in das Haus einziehen. Bleiben sie dort zehn Jahre wohnen, müssen sie keine Erbschaftsteuer zahlen. Außerdem darf die Wohnfläche eine Größe von 200 Quadratmetern nicht überschreiten.

Steuervergünstigungen hat der Gesetzgeber darüber hinaus für vermietete bebaute Grundstücke eingezogen. Hier veranlagt das Finanzamt nur 90 Prozent des ermittelten Verkehrswerts. Auf diese Steuerbegünstigung verließ sich auch ein Erbe, der von einer älteren Dame ein Haus geerbt hatte. Diese wohnte bis wenige Monate vor ihrem Tod in dem Haus, zog dann aber in ein Altenpflegeheim um.

Der Erbe räumte das Haus ein gutes Jahr später und vermietete es schließlich. Ein Wertabschlag schied nach Ansicht des Finanzamtes aus, da das Haus weder zum Zeitpunkt des Todes der alten Dame vermietet noch die Vermietung beabsichtigt gewesen sei. Der Bundesfinanzhof teilte diese Auffassung: Das Gericht urteilte, dass es für ein nicht vermietetes und nicht zur Vermietung bestimmtes Grundstück keine Steuerbegünstigung geben könne (Az.: II R 24/14).

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