Expertenrat zum Thema Abgeltungsteuer
Wie Manager Zinsen doch noch absetzen können

Die Abgeltungsteuer wird auf viele Anlageformen wirken - auch zum Beispiel auf Anteilskäufe durch Manager, die sich an ihrem Unternehmen beteiligen. Worauf sie achten müssen, erläutert Heiner Röttger, Steuerberater und Partner von HLB Dr.Schumacher & Partner, Münster/Düsseldorf, im Kurzinterview.

Herr Röttger, wenn Manager einen Kredit aufnehmen und damit Anteile an der Kapitalgesellschaft kaufen, für die sie arbeiten, können sie die Zinsen künftig nicht mehr automatisch von der Steuer absetzen. Warum?

Von 2009 an ist bei solchen Anteilen in der Regel die Abgeltungsteuer fällig. Das heißt, Manager müssen Gewinnausschüttungen pauschal mit 25 Prozent versteuern. Im Gegenzug dürfen sie Werbungskosten, die über der jährlichen Pauschale von 801 Euro für Ledige liegen, nicht mehr wie bisher von der Steuer absetzen. In einigen Fällen lässt sich das aber umgehen.

Wie funktioniert das?

Wer mehr als ein Prozent an einer Gesellschaft kauft, für die er arbeitet, kann das Teileinkünfteverfahren beantragen. Statt der Abgeltungsteuer sind dann 60 Prozent der Einkünfte mit dem persönlichen Steuersatz von bis zu 45 Prozent zu versteuern. Zinsen sind ebenfalls zu 60 Prozent absetzbar, allerdings unbegrenzt, also ohne das Limit von 801 Euro. Das kann die Steuerlast erheblich senken.

Und wenn der Kredit irgendwann abbezahlt ist?

Dann können Manager wieder zur Abgeltungsteuer wechseln. Dafür reicht ein formloser Widerruf des Antrags beim Finanzamt.

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